Medien : Fernsehmuseum: Die Biene Maja

Uta-Maria Heim

Mit vollem Namen heißt die kesse Biene "Mitsubachi Maja no Booken" - und diese dicke, laute Honigblondine mit Scheinwerferblick ist ausgerechnet Japanerin! Ihre Freunde sind Max der Regenwurm und Flip der Grashüpfer. Mit ihnen erforscht sie die Wonnen der freien Natur: Blütenblätter-Plumpsen und Pollenklößchen-Naschen. Dabei ist sie nicht nur kulleräugig, rothaarig und pummelig, sondern auch lustig, frech und immer die Chefin. Sie tut alles, was ein Mädchen nicht soll. In ihrer Heimat wirkt die Biene Maja damit äußerst subversiv. Doch auch im Ausland verkörpert sie nicht gerade das, was man sich unter einer jungen, höflichen Japanerin vorstellt.

Dabei hatte es Maja gerade in Deutschland nicht leicht. Als die aufmüpfige Biene mit den winzigen Händen und dem schmallippigen Lächeln 1976 ins ZDF kam, diskutierte die vom antiautoritären Geist geprägte Elterngeneration endlos darüber, ob Tiere im Zeichentrickfilm derartig plump vermenschlicht werden dürften. Pädagogisch geschulte Erwachsene sprachen sich damals stark dagegen aus, dass eine Biene die Züge eines autonomen, verspielten, neugierigen kleinen Mädchens trägt. Das ist weitgehend vorbei, aber einige Einwände gegen denkende Bienen gibt es heute noch. Kritiker fürchten den Superman-Effekt: Was tun, wenn Kinder sich plötzlich einbilden, sie könnten auch fliegen? Neben einer Fehlleitung der kindlichen Phantasie fürchten einige Maja-Gegner womöglich einen Angriff auf den Tierschutz. Das Deutsche Bienenmuseum in Weimar teilt diese Berührungsängste allerdings nicht: Dort gehört die japanische Exotin längst zu den beliebtesten Ausstellungsobjekten. Dahinter wollen wir nicht länger zurückstehen: Pünktlich zum 25. Geburtstag begrüßen wir "Biene Maja" im Fernsehmuseum.

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