Medien : Fernsehmuseum: "Die Camper"

Gesa Esterer

Jedes Wochenende treffen sich "Die Camper" auf ihrem angestammten Platz, irgendwo an einem Badesee, irgendwo tief im Kohlenpott. Doch es will der Gemeinschaft von Freunden und Verwandten nicht gelingen, unterm Vorzelt des Caravans die ersehnte Ruhe zu finden. Regelmäßig müssen sie vom Liegestuhl hochschrecken und Abenteuer bestehen.

Schluss mit gemütlich heißt es besonders oft für den nörgeligen Benno (Willi Thomczyk), der in alle möglichen Begebenheiten verwickelt wird. Mal weiß er nichts mit sich anzufangen, da seine Frau Uschi (Antje Lewald) ausgerechnet am Samstag ins Bürgerzentrum abdampft. Und dann endet sein verzweifelter Versuch, sich allein etwas zu kochen, mit einem Brand im Wohnwagen. Ein anderes Mal muss Benno den Kioskinhaber und Nichtschwimmer Pröter (Wilfried Herbst) vor dem Ertrinken retten oder sich mit einer Gruppe von Rockern herum ärgern.

Die Geschichten vom Campingplatz (immer freitags um 21 Uhr 15) sind einfach und banal, aber immer komisch. Dabei lebt die Serie, die seit Anfang Januar auf RTL in der vierten Staffel läuft, von der Überzeichnung. Charaktere und Handlung rutschen jedoch nicht in den Klamauk ab, sondern bleiben glaubwürdig. Mittels der Verzerrung entsteht eine Hyperrealität, die uns zeigt, wie die Realität ist. Für Ironie und Distanz bleibt Raum. So wird die Inszenierung zur perfekten Komödie, zur liebevollen Milieu-Skizze deutschen Kleinbürgerlebens rund um den Caravan.

Zum Glück wird der Zuschauer nicht mit Dialogen zugequasselt, sondern bekommt auch mal sekundenlang Bilder zu sehen. Dank der Kostüme, der Ausstattung und der Kameraführung so schrill und schön, dass dieser Quotenrenner ins Fernsehmuseum gehört.

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