Medien : Fernsehmuseum: Die Zwei

Andreas Kötter

Schon der Vorspann hatte mehr Stil, als eine komplette Folge so manch anderer Krimi-Serie. Und Stil war das, worum es vornehmlich ging bei "Die Zwei". So begleitete eine Melodie mit einem Hauch von Melancholie den Bilderreigen, der im Zeitraffer die beiden so unterschiedlichen Karrieren von Lord Brett Sinclair (Roger Moore) und Danny Wilde (Tony Curtis) vor dem Auge des Zuschauer ablaufen ließ. Hier der englische Adlige, der in Oxford seine Bildung mit goldenen Löffeln gefressen hatte. Dort der Junge aus der Bronx, dessen Schule das harte Leben und das Klassenzimmer die Straße war, bevor er durch einen Ölfund zum Millionär wurde. Was sie vereinte, war ihr Kampf gegen das internationale Verbrechen, vor allem aber ihre Vorliebe für hübsche Mädchen.

Aus dem stets aufs Neue fein akzentuierten Kontrast zwischen diesen beiden so ungleichen Charakteren bezog die Serie einen Großteil ihres Charmes. Und so dienten dann die Kriminalfälle, die das Paar ab 1972 im ZDF zu lösen hatte, auch nur als Vehikel, um dem deutschen Bildungsbürger zu zeigen, was der internationale Jetset Anfang der Siebziger Jahre so drauf hatte: etwa mit dem Jaguar an der Riviera entlang cruisen oder mit dem Speedboot förmlich über die Adria fliegen, dabei, wenn irgendwie möglich, einen Scotch (der Lord) oder einen Bourbon (der Straßenjunge) in der einen und ein Mädchen im Bikini an der anderen Hand.

Hartnäckig hält sich die Behauptung, die Serie wäre erst durch die mit Zweideutigkeiten und Blödeleien gespickte Synchronisation von Rainer Brandt und damit auch nur in Deutschland ein Erfolg gewesen. Falsch, ganz falsch. Zwar fielen "Die Zwei" auf dem US-Markt durch (für den sie gedacht waren), wurden aber in 23 Sprachen übersetzt und vor allem in Europa zu einem großen Erfolg.

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