Medien : Fernsehmuseum: Flipper

Joachim Huber

Irgendwo fängt jede Fernseh-Erinnerung an. Meine beginnt 1966, bei "Flipper"; jene schwarzweiße US-Serie um "Flipper, Flipper, jeder kennt ihn, den klugen Delfin", wie das Titellied verkündete. Flipper schwamm durch die "Korallenschlüsselbucht". So übersetzte der große Bruder den Schauplatz Coral Key Park in Südflorida. Eine gefährliche Gegend.

Der verwitwete Aufseher Porter Ricks und seine beiden Söhne Sandy (kleiner Bruder) und Bud (großer Bruder) mussten über Wasser Wilderer und Fallensteller im Zaum halten - der Delfin wies unter Wasser Haie, Alligatoren und flüchtende Motorboot-Rowdies in die Schranken. Besonders faszinierend war die Unterwasser-Tröte, die den schnellen Tümmler zum Einsatz rief. Alle wollten diese Tröte, weil sie mit Flipper Abenteuer erleben wollten, aber der damalige Spielzeug-Markt wusste ja noch nichts vom Merchandising.

Und Flipper selbst? Der war ganz weit weg. Was da so in deutschen Zoos als Delfin vorgeführt wurde, das fraß tote Fische auf Kommando und sprang durch hingehaltene Reifen. Der wahre, echte Flipper hatte mit solchen Kindereien nichts im Sinn. Er hatte eine Aufgabe im fernen Florida. Er spielte den Feuerwehrmann, er half retten, bergen, schützen. Und er war das vierte Familienmitglied der Ricks. Freund, Kumpel, Aufpasser, vielleicht gar Ersatz-Mutter. Immerhin war Flipper eine Sie und hieß im eigentlichen Delfin-Leben Suzy. Bei den Ricks war Solidarität erstes Familiengebot, selbst der größte Streit endete in noch größerer Harmonie. Am Ende jeder Episode zeigte Flipper blendende Zähne und kiekste wie wild vor Freude.

Später, als der erste Amerika-Besuch nach Key West führte, sprang, um alle Flipper-Klischees zu bestätigen, ein Delfin in die Abendsonne hinein. Ich könnte schwören, es war Flipper. So wie er mit seinem Flossenschlag grüßte.

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