Medien : Fernsehmuseum: Manfred Krug

Uta-Maria Heim

Jetzt will er sich doch glatt auf den Sockel stellen! Ist es dafür nicht zu früh? Gut, Kommissar Stoever ist reif für die Rente. Wenn er mit Manfred Krug Geburtstag hat, feiert er am 8. Februar seinen vierundsechzigsten. Nicht jeder wird auf dem Bildschirm so alt wie Derrick, und Krug muss ja nicht ewig weiterstoevern. Natürlich nicht. Offenbar hat er sich jedoch mit dem "Tatort" allzu stark identifiziert. Denn mit Stoever will jetzt auch Krug aufhören. Ohne Krug kein Stoever. Und ohne Stoever keinen Krug. So ist das nun mal.

Stoever hört auf, und Krug droht mit dem Ende. Er ist müde. Er will nicht mehr vor der Kamera stehen. Lieber sitzt er mit seinen Enkelkindern in der Badewanne und füttert die Enten. Er sagt, er sorge sich um seine Gesundheit. Und die Drehbücher seien so schlecht. Auch plane er seine Zukunft als Autor. Krug trägt viele Argumente vor, warum er sich vom Bildschirm verabschiedet. Wir haben dafür Verständnis. Er hat genug Erfolge gefeiert. "König Drosselbart" und "Die Spur der Steine" sind längst Legende. Mitte der 60er Jahre war Manfred Krug der subversivste DDR-Schauspieler. Mitte der 80er war er mit "Liebling Kreuzberg" der subversivste West-Schauspieler. Krug spielte immer nur Krug. Er hat wirklich seine Ruhe verdient.

Gleichzeitig klingt es wie eine Drohung: Wenn ihr mich nicht liebt, dann liebe ich euch auch nicht. Weil: Für ältere Schauspieler ist im deutschen Film angeblich kein Platz. Stoever, der größte Schmollmund unter den TV-Kommissaren, hat ausgeschmollt. Jetzt schmollt Krug. Dabei bräuchten wir ihn dringend.

Natürlich soll er sich beim Drehen nicht kaputt machen, aber es gibt hier zu Lande durchaus gute Filme, für die sich der Einsatz lohnt. Und es gibt viel zu wenig gute alte Schauspieler. Ein paar starke Rollen darf er unbedingt noch spielen. In aller Ruhe. Er soll runter von seinem Sockel. Da oben steht er noch lang genug.

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