Medien : Fernsehmuseum: Robert Lembke

Uta-Maria Heim

Quizshows laufen wieder auf allen Kanälen, wohl auch weil das Fernsehen nicht zuviel Geld ausgeben mag. Kaum etwas ist günstiger als Ratespiele zu produzieren. Trotzdem muss etwas geboten werden. Um den Zuschauer zu locken, treibt es die Gewinne in immer wahnwitzigere Höhen. Die Sender lassen sich gegen die Gewinne sogar versichern. Ein Ratekönig als Versicherungsschaden! Und mit dem Euro wird sich der Millionen-Gewinn (aus Sicht des Siegers) beziehungsweise der Schaden (aus Sicht der Sender) gar verdoppeln.

Ach, da sehnen wir uns nach Robert Lembke. Was waren das noch für Zeiten, als er bei jeder "Nein"-Antwort fünf Mark für den "Gast" in einem "Schweinderl" versenkte! 34 Jahre lang gab es in "Was bin ich?" keine Inflation, keinen Währungswechsel und keinen Ärger mit den Aktienkursen. Vier immer gleiche "Ratefüchse" warteten auf "eine typische Handbewegung" beim heiteren Beruferaten und gingen "recht in der Annahme, dass ...". Das Hölzerne kam an. Zu Hoch-Zeiten bescherte Lembke der ARD eine Sehbeteiligung von mehr als 75 Prozent. Kaum eine Quizrunde war jemals preiswerter. Wer weiß das besser als Kabel 1, der Sender, der mit Björn-Hergen Schimpf erfolgreich die Neuauflage feiert?

337 Mal bewies Lembke, dass gute Unterhaltung wenig kosten muss und dass man ein Fernsehformat am besten niemals verändert. Man braucht nur die Jahre abzusitzen, bis das Altbackene Kult wird. Robert Lembke hatte Glück. Als er 1989 75-jährig starb, war mit der Wende die Nachkriegszeit längst zu Ende und "Was bin ich?" Legende. Schon zu Lebzeiten schuf Robert Lembke sich und der D-Mark ein Denkmal. Dass das Fünfmarkstück ausgewechselt wurde, hat er verkraftet. Die Vereinigung der D-Mark mit der Ostmark hätte er vermutlich auch noch hingenommen, da waren wir ja alle dafür. Aber jetzt, mit dem Euro, hätte er bestimmt ein Problem.

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