Medien : Fernsehmuseum: Roberto Blanco

Uta-Maria Heim

Er gehört zu den wenigen im Showgeschäft, denen überhaupt nichts mehr passieren kann. Viele mögen ihn im Lauf der Jahrzehnte belächelt haben, doch nach 45 Jahren Berufskarriere ist ihm zuzugestehen: Er hat immer alles richtig gemacht.

Als der junge Roberto Blanco in Madrid das Medizinstudium hinschmiss, nahm er das Flugzeug, in dem zufällig der Regisseur Alfred Weidemann saß. Daraufhin durfte er im Kriegsfilm "Der Stern von Afrika" mitspielen. Von da an ging es aufwärts. Kein Unterhaltungsgenre, in dem er sich nicht versucht hätte, keine Fernsehshow, in der er nicht zu Gast war, selbst auf Betriebsfesten ist er anzutreffen. Als Sänger, Talkpartner und Entertainer ist sie allgegenwärtig, diese sechssprachige, farbige Stimmungskanone mit dem unverwüstlichen Wortwitz. Seit 30 Jahren hat Roberto Blanco einen deutschen Pass und kann hier wählen. Dass er sich in politischer Hinsicht für einen volkstümlichen Konservativismus entschieden hat, begründet er mit dem Kalauer: "Wir Schwarzen müssen zusammenhalten." Sein Nachname Blanco (spanisch "weiß") hingegen ist kein Gassenhauer. Robertos Mutter Mercedes hieß schon so. Sein Vater Alfonso Zerquera war ein kubanischer Folklore- und Varieté-Künstler. Die Frohnatur ist vererbt. An Blanco ist mehr echt, als man glaubt.

An der Wiege des Alters stieg Roberto Blanco wieder in ein Flugzeug. Und wieder war es eine entscheidende Maschine. Über den Wolken traf er eine 27-jährige, blonde Stewardess. Mit 63 Jahren wurde Roberto Blanco im vergangenen Herbst nochmals Vater. Seine Frau Mireille, 62, mit der er bereits 36 Jahre verheiratet war, verzieh ihm. Darauf Blanco, gerührt: "In meinem Herzen hat sie schon längst ein Denkmal." Das soll Roberto Blanco auch von uns bekommen. Wir sichern ihm einen Platz im Fernsehmuseum, zwischen Dieter Thomas Heck und Ede Zimmermann.

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