Medien : Fernsehmuseum: Westlich von Santa Fe

Andreas Kötter

Die Titelsequenz sagte bereits alles, was man wissen musste. Wie dieser aufrechte Mann da die staubige Mainstreet der Westernstadt North Folk herunter schreitet, dabei unablässig aus seinem Repetiergewehr feuernd, und nebenbei dem Zuschauer noch einen verwegenen Blick zuwarf, das hatte Klasse und machte deutlich "mit dem ist nicht gut Kirschen essen".

Einen Colt, wie sonst bei den Cowboys üblich, brauchte der "Rifleman" nicht und seine modifizierte Winchester mit dem übergroßen Bügel war damals, Ende der 60er Jahre, der Traum eines jeden Jungen - nicht nur "Westlich von Santa Fe", sondern auch in Bottrop, Flensburg oder Garmisch-Patenkirchen. Der "Rifleman" war ein unüblicher Westernserien-Held, kein Sheriff wie Matt Dillon in "Rauchende Colts" und schon gar kein Großgrundbesitzer wie Ben Cartwright in "Bonanza". Nein, der "Rifleman" war ein Klein-Farmer, den das Schicksal nach North Folk in New Mexico verschlagen hatte und der dem schon damals hochkarätig besetzen Gesindel hart zusetzte; spätere Mega-Stars wie Sammy Davis Jr. oder Dennis Hopper wurden von ihm aufgemischt.

Vor allem aber war er einer der ersten alleinerziehenden Väter im US-TV. Mit viel Strenge brachte er seinem Sohn die Flötentöne bei. Das konnte man damals, Ende der 60er, in der zwar sozialdemokratisch geführten, aber nichtsdestotrotz noch immer obrigkeitsgeprägten BRD gut nachvollziehen. Solange nicht die Hausaufgaben erledigt waren, war es Essig damit, draußen mit den anderen Kindern Cowboy und Indianer zu spielen. Für die Rolle des "Rifleman", übrigens eine Idee von Sam Peckinpah, hätte man keinen besseren finden können, als Chuck Connors. Als "tough as nails", als "hart wie Kruppstahl" wurde er bezeichnet. Und in der Tat wirkte der muskulöse Star mit dem messerscharf geschnittenen Gesicht immer ein wenig wie die Second-Hand-Ausgabe von Kirk Douglas.

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