Medien : Fernsehmuseum: Witta Pohl

Tanja Buntrock

Witta Pohl, Ikone der Achtziger-Jahre-Familiensendung "Diese Drombuschs", wurde zum Paradebeispiel für penetrantes Einmischen in anderer Leute Angelegenheiten. Dafür haben wir sie geliebt.

In den fortlaufend neuen Staffeln war Witta Pohl als Vera Drombusch stets damit beschäftigt, mit Allgemeinplatzpatronen um sich zu schießen, und den Familienmitgliedern Vorträge über richtige Lebensführung zu halten ("Wer über die Liebe nachdenkt, der liebt nicht mehr"). Unvergessen der tiefsinnige Dialog mit ihrem TV-Lebenspartner Martin, dem sie sagte: "In der Liebe bist Du eine Eintagsfliege." Woraufhin er genauso tiefsinnig erwiderte: "Auch eine Eintagsfliege kann lieben. Aus ihrer Sicht ein ganzes Leben." Was wurde uns da warm ums Herz.

Mutter Drombusch war für alle immer da. TV-Satiriker Oliver Kalkofe bezeichnet diesen Typus als "Schreckschraube" und als "Übermutter, die mit beiden Stützstrümpfen voll im Leben steht". Übermutter, sicher doch. 1997 zeigte sich Witta Pohl als Hebamme in der ARD-Serie "Happy Birthday" wieder sehr übermütterlich und sagte über die Rolle selbst: "Hebamme ist kein Beruf wie jeder andere. Die muss praktisch alles sein, Lebensberaterin, Beichtmutter, Psychologin ...". Genau wie Witta Pohl.

Privat hilft sie mit ihrer "Kinderluftbrücke" den Kleinen in Osteuropa, sammelt Geld- oder Sachspenden - wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, sich um ihre Patenkinder in Sri Lanka, auf den Malediven oder in Uganda zu kümmern.

Und so verwundert es nicht, dass Witta Pohl demnächst in der ZDF-Serie "Jenny & Co" als Tante Ellen zu sehen ist, die sich "nach dem Tod ihrer Schwägerin ganz rührend um die drei Holl-Geschwister kümmert". Witta Pohl, 63, rät: "Wer nur darauf baut, schön und begehrenswert zu sein, ja, der hat es natürlich schwer beim Älterwerden." Weiter so, Witta.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben