FERNSEHNUTZUNG : Unsere Quote soll feiner werden

Videorekorder und Festplattenrekorder, die digitalen Aufzeichnungsgeräte, machen’s möglich: das zeitversetzte Fernsehen. Das macht von daher schon mal mehr Spaß, weil bei der Werbung einfach vorgespult werden kann. Was dem einen ungestörtes Fernsehvergnügen, ist den Forschern ein Dorn im Auge. Kritiker halten die Angaben, von wie vielen Zuschauern eine vermeintlich populäre Sendung wirklich angesehen wurde, sowieso für viel zu ungefähr. Das soll ab 1. Juli besser werden. Dann steht bei der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) eine Umstellung an. Künftig sollen bei den repräsentativen, mit einer sogenannten Set-Top-Box versehenen 5 640 Haushalten, aus deren Fernsehverhalten die Reichweiten der Sender ermittelt werden, auch bis zu 16 Gäste und die zeitversetzte Nutzung über DVD, Festplatten- oder Videorekorder erfasst werden. Bislang gehen nur die Nutzung über den in die Jahre gekommenen Videorekorder bis zu einem Tag nach der Ausstrahlung und das gemeinsame Fernsehen mit bis zu einem Gast in die Zählung mit ein.

Eine Anpassung an neue Sehgewohnheiten also, die laut AGF „die Erfassung der Nutzung von TV-Sendern verbreiteten Inhalten unabhängig vom Endgerät, Nutzungszeitpunkt oder Verbreitungsweg verfolgt“. Die in der AGF zusammengeschlossenen Sender (ARD, ProSiebenSat 1 Media AG, RTL und ZDF) haben mehr als 100 Millionen Euro in die Weiterentwicklung des Systems der Zuschauerforschung investiert. Das viele Geld macht Sinn. Moderatoren, Serien, Shows, Formate, Kanäle – die Einschaltquote entscheidet am Ende über Tops und Flops. meh

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