Fernsehpreis-Eklat : Gottschalk zeigt Verständnis für Reich-Ranicki

Das schlichte Gemüt der deutschen Fernsehunterhaltung, Thomas Gottschalk, kann das Verhalten von Marcel Reich-Ranicki nachvollziehen. "Nach einer Viertelstunde mit Richterin Salesch, und Atze Schröder in Paradeuniform musste der Mann verzweifeln."

Gottschalk Foto: ddp
Fingerzeig. Thomas Gottschalk pflichtet Marcel Reich-Ranicki bei. -Foto: ddp

BerlinNach dem von Marcel Reich-Ranicki ausgelösten Eklat bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln hat der Fernsehentertainer Thomas Gottschalk Verständnis für das Verhalten des Literaturkritikers gezeigt. Der Moderator der Gala nannte Reich-Ranickis Verhalten "absolut nachvollziebar". "Nach einer Viertelstunde mit Richterin Salesch, zwei Köchen, denen man dumme Texte geschrieben hatte, abgehauenen Kindern in einem Realityformat und Atze Schröder in Paradeuniform musste der Mann verzweifeln." Der 88-jährige Literaturkritiker hatte sich auf der Bühne des Coloneums geweigert, den Ehrenpreis anzunehmen und die Veranstaltung als "Blödsinn" bezeichnet.

Gottschalk sagte, "wenn ich als schlichtes Gemüt in der Blüte meiner Jahre schon bisweilen am Niveau unseres Fernsehens verzweifle, darf man sich nicht wundern, wenn ein Intellektueller im Herbst seines Lebens davor die Flucht ergreift". Würde das Fernsehen so gemacht, wie Reich-Ranicki sich das wünschte, "wäre ich arbeitslos", sagte der TV-Moderator. (ae/AFP)

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