Fernsehshows : Gottschalk Quotensieger gegen Trash-TV

"Deutschland sucht den Superstar" zum Aufwärmen und die Krönung des Dschungelkönigs als großer Showdown - harte Konkurrenz für "Wetten dass...!" im ZDF. Gottschalk konnte zwar bei den Einschaltquoten siegen, musste aber auch eine Schlappe einstecken.

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Seal zu Gast bei "Wetten dass...!" -Foto: dpa

HamburgTalkmaster Thomas Gottschalk hat mit seinem ZDF-Klassiker "Wetten, dass...?" gestern Abend insgesamt die meisten Fernsehzuschauer angelockt. Doch vor allem beim jüngeren Publikum punkteten die Konkurrenz-Formate von RTL. Die ZDF-Unterhaltungssendung aus Salzburg erreichte nach Senderangaben im Schnitt 10,46 Millionen Zuschauer. Das entsprach einem Marktanteil von 33,0 Prozent beim Gesamtpublikum - noch weniger als bei der letzten Show vor Weihnachten (37,3 Prozent).

Die RTL-Castingreihe "Deutschland sucht den Superstar", die zeitgleich um 20:15 Uhr begann, schalteten 6,02 Millionen ein (18,8 Prozent). Das Finale der Dschungelshow "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" sahen ab 21:30 Uhr 6,44 Millionen Zuschauer (22,2 Prozent beim Gesamtpublikum). In der Werbezielgruppe der 14- bis 49-Jährigen hatten die RTL-Formate deutlich stärkere Quoten: "DSDS" kam auf 4,12 Millionen Interessierte und 33,2 Prozent Marktanteil. Ross Antonys finalen Siegeszug bei den Ekelprüfungen im Dschungel sahen sich im Schnitt 4,38 Millionen jüngere Fans an. Das entsprach einem Marktanteil von 36,0 Prozent.

"Wetten dass...!" liefen die jüngeren Zuschauer dagegen zunehmend davon. Im Vergleich zur schwachen Dezember-Ausgabe musste Gottschalk fast eine halbe Million Fans abgeben. Mit 3,09 Millionen 14- bis 49-Jährigen belief sich der Marktanteil auf vergleichsweise schwache 24,4 Prozent - noch im Dezember betrug der Marktanteil bei deutlich geringerer Fernsehnutzung immerhin 33,0 Prozent. Damit musste sich der ZDF-Klassiker in der jungen Gruppe klar den RTL-Shows geschlagen geben. Zum Vergleich: Im November unterhielt "Wetten, dass..?" sogar noch mehr als vier Millionen junge Zuschauer, was damals einem Marktanteil von 36,6 Prozent entsprach.

Udo Jürgens spielt "Maschendrahtzaun"

"Wetten, dass...?" versuchte mit dem gewohnten Star-Mix bei Jung und Alt zu punkten. Moderator Stefan Raab tauschte sogar mit Sänger Udo Jürgens kurzzeitig die Rollen: Während Raab mit Bademantel bekleidet und nassen Haaren den Jürgens-Hit "Aber bitte mit Sahne" anstimmte, haute kurze Zeit später der 73-jährige Sänger zu Raabs Blödel-Song "Maschendrahtzaun" in die Klaviertasten. Bei der 173. Ausgabe der ZDF-Sendung aus Österreich nahmen diesmal überwiegend deutschsprachige Stars auf der weißen Couch neben Entertainer Thomas Gottschalk Platz. Er überzog die Sendung um knapp 15 Minuten.

Die Schauspieler Mario Adorf und Ben Becker verloren ihre Wetten und mussten sich gegenseitig mit Boxhandschuhen Krawatten binden. Als einzige Frau unter den Wettpaten kam die österreichische Schauspielerin Christiane Hörbiger um das Erstellen eines Bewerbungs-Videos für Steven Spielberg herum. Internationales Flair versprühten der US-Schauspieler Sylvester Stallone und sein französischer Kollege Gérard Depardieu. Der Weinkenner und "Obelix"-Mime Depardieu musste von Gottschalk mehrere Bemerkungen wegen seines Körperumfangs und seiner Kleidung einstecken.

Wettkönig wurde der Hesse Jan Veen aus Egelsbach, der in einem Stadion in Dortmund mit einem Hubschrauber erfolgreich vier Bierflaschen öffnete. Auch alle anderen Wetten wurden gewonnen: Ein deutscher Gymnasiast kletterte mit einer Flasche auf dem Kopf ein Seil hinauf, eine Schweizerin erkannte ihre Freundinnen nur am Dekolleté und ein Österreicher konnte die Farbe von Buntstiften am Ton beim Zeichnen erkennen. Für die Stadtwette nahm "Wetten, dass...?" wenige Monate vor der Fußball-Europameisterschaft das Spiel Deutschland gegen Österreich vorweg: Das schnell zusammengestellte Amateurteam der alpenländischen Gastgeber siegte auf dem Salzburger Residenzplatz überlegen mit elf zu sechs Toren gegen die über die Grenze angereiste deutsche Elf. (imo/dpa)

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