Medien : Fett und komplett

Heute erscheint das Stadtmagazin „Tip“ in neuem Gewand

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So könnte eine der vielen Kontaktanzeigen lauten, die es zu Hunderten im „Tip“ gibt, und mit denen das Stadtmagazin sein Geld verdient: „Bin 30, vielseitig interessiert, ständig auf Achse und biete dennoch Halt im Großstadtdschungel. Suche Begleiter, der mich alle 14 Tage auf Händen trägt und zu Rate zieht.“ Doch dieser Text bezieht sich auf das Magazin selbst, es ist 30, denn es wurde Anfang der 70er gegründet, übrigens als Off-Kino-Magazin von 1000 Exemplaren. Und ein paar neue „Begleiter“ würden ihm auch nicht schaden: Von 90 000 verkauften Exemplaren Anfang der 90er sank die Auflage auf 72 000. Aber anstatt einer Kontaktanzeige hat sich das Magazin einen Relaunch verordnet; heute liegt der neue „Tip“ erstmals am Kiosk. Chefredakteur Karl Hermann beschreibt die Veränderungen so: Ein neues Layout und eine klarere Gliederung sollen dem „alten Tanker“ zu neuem Schwung verhelfen. Der „Tip“ will bessere Orientierung im Berliner Kulturwirrwarr bieten. Hermann: „Statt auf großes Feuilleton konzentrieren wir uns auf die lokalen Wurzeln.“

Die Neuerungen im Einzelnen: Das Cover wirkt jetzt aufgeräumt. Das Inhaltsverzeichnis mit allen Ressorts im Überblick inklusive Fotos auf vollen zwei Seiten wirkt professioneller als die einseitige Variante der Vorhefte. Der Programmteil, bislang in der Mitte des Heftes, rutscht in den hinteren Teil vor die Kleinanzeigen. Damit soll die gestiegene Bedeutung der Gastronomie-Empfehlungen und der Kulturrezensionen betont werden. Alle Rubriken bilden so ein einheitliches Bild.

Im vorderen Teil ist auch die Rubrik „Gastro“ gelandet. Neu sind die Film-Bewertungen im anschließenden Kino-Teil, nach „Tip“-Kriterien geordnet, von herausragend bis uninteressant, mit Foto und Kurzinhalt versehen. Einen zusätzlichen Service bietet der Verweis auf gleich lautend bewertete Filme in früheren Ausgaben, die noch im Kino sind. Gleiches gilt für die folgende Rubrik „Bühne“. Trotz optischer Veränderung bleiben die Schwerpunkte Neuinszenierung, Film-Rezension, Specials und Editionen.

Die kostenlosen Stadtmagazine, wie zum Beispiel „030“ oder „Flyer“, und die kurzfristigen Informationen aus dem Internet hält der Redaktionsleiter für keine ernsthafte Konkurrenz, da sie nur ein reduziertes Angebot hätten und oberflächlich über Clubs und Kinofilme berichten würden. „Statt Info-Overkill in Internet und Gratis-Heften legen wir Schwerpunkte und berichten ausführlich.“ Und das zweite große Stadtmagazin, die „Zitty“? „Wir haben ein entspanntes Verhältnis und ergänzen uns gegenseitig,“ sagt „Tip“-Chefredakteur Karl Hermann. Maximilian von Demandowsky

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