Medien : Film im Kopf

Kabel 1 setzt noch einmal auf 3-D

Andreas Kötter

Egal, wie toll es die Sender auch treiben, im heimischen Wohnzimmer wirken Möchtegern-Popstars, getauschte Frauen oder prominente Hobbyköche trotz Digital-, HDTV- und Plasmatechnik immer noch recht ein-, beziehungsweise zweidimensional . Kabel eins, der Sender für alle Freunde amerikanischer TV-Kultur, erschließt dem Zuschauer bei einigen seiner Formate nach 2004 nun aber schon zum zweiten Mal auch die dritte Dimension. Mit der TV-Zeitschrift „TV Movie“ hat man einen Partner gefunden, der neben redaktioneller Unterstützung seinen Heften die zum 3-D-Vergnügen notwendigen Brillen beilegt (2,5 Millionen Exemplare).

„Big. Bigger. USA“ lautet das Motto für die 3-D-Woche vom 18. bis 25. November. Der Münchner Sender hat sich in der Vergangenheit mit seinen Serien-„Originalen“ und „Besten Filmen aller Zeiten“, aber auch mit ordentlichen Reportageformaten wie „Inside USA“ tatsächlich so etwas wie eine USA-Kompetenz erworben. Mehr als nur ein Prestigeobjekt für den kleinen Sender sind die Reportagen über die höchst gelegene Alligatorenfarm der Welt in den Rocky Mountains, über New Yorks größten Schrottplatz oder den Flugzeugträger „U. S. S. Intrepid“, der als schwimmendes Museum dient. „Im Schnitt 20 Prozent über dem üblichen Wert lagen die Formate mit 3-D-Unterstützung 2004,“ sagt eine Sendersprecherin.

Wie aber funktioniert dieses 3-D eigentlich? Um den gewünschten Effekt zu erzielen, wird mit speziellen Kameras aus zwei nur marginal unterschiedlichen Perspektiven gefilmt. Zudem bringt es eine 3-D-fähige Kamera auf 50 statt der sonst üblichen 25 Einzelbilder pro Sekunde. Bei der Ausstrahlung werden die beide Perspektiven dann geringfügig zeitlich versetzt gesendet. Mithilfe der 3-D-Brille gewinnt der Zuschauer schließlich den Eindruck, mitten drin zu sein im Geschehen, die Objekte werden buchstäblich greifbar, weil das Gehirn die beiden Bilder zu einem einzigen übereinanderschiebt.

Das Vergnügen für den Zuschauer ist ein teurer Spaß für den Sender, was erklärt, warum nicht grundsätzlich in 3-D ausgestrahlt wird.

„Big. Bigger.USA“, Kabel 1, 22 Uhr 15

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