Medien : Filmförderung macht die Region reich und bekannt

Joachim Huber

Die allermeisten Kennziffern für Berlin und Brandenburg sind schamrot. Einige wenige sind schwarz, eine ist tiefschwarz: 161 Millionen Euro Fördermittel für die Filmproduktion in der Region haben beinahe eine halbe Milliarde Euro Umsatz in der Region ausgelöst. „Regionaleffekte“, auf die André Schmitz, Chef der Berliner Senatskanzlei und Aufsichtsratsvorsitzender der Medienboard GmbH, und Klaus Keil, Intendant des Filmboards (jetzt Medienboard) bis Ende März, sehr stolz sind. Bei einer Pressekonferenz sagte Keil, dass es Berlin und Brandenburg gelungen sei, „den 40 bis 50 Jahre andauernden Vorsprung des Südens bei der Film- und Kinoproduktion einzuholen.“ Die Erneuerung des deutschen Films gehe von dieser Region aus. Der Filmboard Berlin-Brandenburg besteht seit 1994 und wird von den Ländern wie auch von den drei Fernsehsendern Pro7, Sat 1 und ZDF gespeist. In diesem Jahr stehen 15,6 Millionen Euro an Fördermitteln bereit. Das vergangene Jahr war das erfolgreichste: 189 Filme und filmbezogene Veranstaltungen wurden unterstützt, die geförderten Projekte haben 2003 Umsätze von rund 70 Millionen Euro in der Region ausgelöst, haben 15 Millionen Zuschauer in die Kinos gelockt, sind mit drei Oscars ausgezeichnet worden („Der Pianist“).

Diese Erfolge sollen ausgebaut werden, einmal, indem Filmboard und Medienbüro Anfang des Jahres zusammengelegt wurden. Medienboard-Chefin Petra Müller ließ keinen Zweifel daran, dass die Filmförderung unter dem noch nicht feststehenden Nachfolger von Klaus Keil der klassische Schwerpunkt der Arbeit bleibe; zugleich soll das Marketing für den Medienstandort, für die Fernsehproduktion und die Ansiedlung von Sendern intensiviert werden. Premiere-Chef Georg Kofler soll für sein Pay-TV schon ein wenig Interesse zeigen. Auf jeden Fall ist der Schweiß der Edlen gefragt, denn der Haushalt des Medienboards ist (exklusive der Filmförderung) mit rund 4,5 Millionen Euro nicht allzu üppig ausgestattet. Ferner will Müller eine länderübergreifende medienpolitische Agenda entwickeln helfen. Ein Plan, den Berlin und Brandenburg seit Jahren vergeblich verfolgen. Entsprechend euphorisch blickte Brandenburgs Medienbeauftragter Erhard Thomas in die Runde.

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