• Finale von Germany's Next Topmodel: Femen-Aktivistinnen bei Heidi Klum - der Höhepunkt des Tiefpunktes

Finale von Germany's Next Topmodel : Femen-Aktivistinnen bei Heidi Klum - der Höhepunkt des Tiefpunktes

Drei Stunden lang quälte Heidi Klum am Donnerstagabend zum Finale von "Germany's Next Topmodel" die Zuschauer - ohne Ideen und ohne Spannung. Der Höhepunkt des Tiefpunktes waren die Femen-Aktivistinnen, die plötzlich mit nacktem Oberkörper die Bühne stürmten.

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„Ich habe gerade Busen vor mir gesehen“, sagte Heidi am Donnerstagabend beim Finale von „Germany's next Topmodel“. „Ausgerechnet in diesem Moment.“ Damit meinte sie wohl die Aktivistinnen von Femen, die während der Show die Bühnen stürmten. "Heidi Horror Picture Show" war auf die Brust einer Aktivistin geschrieben.Weitere Bilder anzeigen
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31.05.2013 08:45„Ich habe gerade Busen vor mir gesehen“, sagte Heidi am Donnerstagabend beim Finale von „Germany's next Topmodel“. „Ausgerechnet...

Wie füllt man knappe drei Stunden ohne den Funken einer Idee? Indem man alles mehrmals tut: Erst in einem Einspieler ankündigen, was gleich passieren wird, es dann ausgiebig zeigen und danach lange darüber reden, was man gerade gesehen hat.

Das war Heidi Klums Taktik beim Finale von Germany's Next Topmodel 2013 am Donnerstagabend. Schon in den Vorjahren war die letzte Sendung stets der lieblose Abschluss zu einer - welch berechtigte Kritik man auch haben mochte - meist unterhaltsamen Staffel.

Immerhin mussten die Kandidatinnen der vergangenen Jahre sich live mit Spinnen fotografieren lassen oder an Ballons durch die Mehrzweckhalle schweben. Diesmal besteht die kniffligste Aufgabe darin, elegant in eine Badewanne einzusteigen. Im Burlesque-Stil, was, wie der Choreograf erklärt, bedeutet: "Es geht hier nur um euren Hintern". Statt gefährlicher Tiere begleitet ein Roboter die Models über den Laufsteg, wie ein Hund an der Leine lässt er sich quälende drei Mal über die Bühne schleifen.

Germany hat ein neues Topmodel
„Ich habe gerade Busen vor mir gesehen“, sagte Heidi am Donnerstagabend beim Finale von „Germany's next Topmodel“. „Ausgerechnet in diesem Moment.“ Damit meinte sie wohl die Aktivistinnen von Femen, die während der Show die Bühnen stürmten. "Heidi Horror Picture Show" war auf die Brust einer Aktivistin geschrieben.Weitere Bilder anzeigen
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31.05.2013 08:45„Ich habe gerade Busen vor mir gesehen“, sagte Heidi am Donnerstagabend beim Finale von „Germany's next Topmodel“. „Ausgerechnet...

Die große Herausforderung soll ein Fotoshooting sein, bei dem die Kandidatinnen auf etwa 40 Zentimeter hohen Stelzen stehen. Als Zuschauer muss man jetzt glauben, das Bild sei eingefroren, die Models bewegen sich praktisch nicht. Selbst Klum stellt fest: "Das war ein wenig lahm". Spätestens nach einer guten Stunde fällt das Wachbleiben schwer.

Wenn sich in den übrigen Folgen ein Shooting hinzieht, wird geschnitten, bis zu dem Moment, an dem ein interessantes Foto entsteht. Im Finale werden die Umziehpausen mit Musikacts überbrückt, die keiner sehen will (Psy, Bruno Mars und Robin Thicke). Es bleibt die Mode. Man schaut die Sendung ja auch, weil es so ist, als läse man eine Illustrierte, nur ohne Blättern. Klum trägt Neon - pünktlich zu ihrem 40. Geburtstag sieht sie peinlich schrill aus, goldene Rohre halten ein pinkes Schlauchkleid am Körper. Bad Taste, aber harmlos. Die Finalistinnen spazieren immer wieder in unterschiedlich farbigen Badeanzügen über den Laufsteg, nichts kann sich verheddern, nichts kann bewundert werden.

Wer die Sendung schaut, weil Klum hier junge Mädchen demütigt, wird beim Finale enttäuscht. Es gibt nur noch Lob. Warum welche Kandidatin rausfliegt, erklärt niemand. Deshalb glaubt man, dass die Gewinnerin vor der Sendung längst feststeht, fühlt sich überflüssig vor dem Monitor. Sabrina, Krankenschwester, 21, Heidi hatte sie einst vom elterlichen Hühnerstall geholt, muss als Erste gehen. Obwohl die Jury nichts auszusetzen hat. Dann fliegt Luise, 18, die Schönste und Schüchternste. Ab jetzt ist es egal, welche der zwei übrigen Unsympathinnen gewinnt.

Höhepunkt des Tiefpunktes ist, als plötzlich eine Femen-Aktivistin die Bühne stürmt. "Heidi Horror Picture Show" steht auf ihrer nackten Brust. Leider geht die Sendung sofort weiter.

Auch die Einspieler mit den Lästereien fehlen. Hinter der Bühne legt sich niemand fest, wer gewinnen soll, weil alle, wirklich alle so hübsch sind und es ehrlich verdient hätten. Für das Finale des Finales hatten die Produzenten eine einzige Idee: Wie bei einer Hochzeit kurz vor dem Jawort sollen die beiden letzten Kandidatinnen noch ein paar Worte sprechen. Nicht zueinander, sondern über sich selbst. Maike und Lovelyn stehen in Brautkleidern vor einem Mikrofon, Klaviergeklimper ertönt. Nach der ganzen Aufregung, muss sich die Jury gedacht haben, täte eine wenig Ruhe gut.

"Von A-Z habe ich alles mitgemacht mit meinen 16 Jahren", sagt Lovelyn. Dann sagt sie noch, dass sie erst 16 ist. Und viel mitgemacht hat. "Ich habe ein Aussehen", sagt Maike. Und dann sagt sie, dass sie außergewöhnlich aussieht. Endlich stimmt Heidi Klum das Ende an, passend zum Abend, in Endlosschleife: "Ist es Lovelyn? Ist es Maike? Ist es Lovelyn? Ist es Maike?". Es ist Lovelyn. Ach, egal.

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