Medien : Fliegende Internet-Cafés

Lufthansa-Passagiere reisen mit Highspeed-Anschluss

Kurt Sagatz

Die Freiheit über den Wolken ist noch größer geworden. Als erste Fluggesellschaft stellt Lufthansa den Passagieren des Transatlantik-Fluges von Frankfurt am Main nach Washington seit Mittwoch während der sechsstündigen Reisedauer eine Highspeed- Verbindung zum Internet bereit, mit der die Fluggäste durch das Internet surfen, E-Mails abrufen oder sich über gesicherte Verbindungen in ihr Firmennetz einloggen können. Derzeit befindet sich das FlyNet-Angebot noch im Testbetrieb, Lufthansa plant jedoch bereits, diesen Dienst von Mitte 2004 an in allen rund 80 Langstreckenflugzeugen der Typen „Boeing 747-700“, „Airbus A330“ und „Airbus A340“ anzubieten.

Auf dem Internet-Jungfernflug mit der „Sachsen-Anhalt“, einer „Boeing 747-700“, kamen die Fluggäste kostenlos in den Genuss der mobilen Breitband-Anbindung. Erst ab Mitte April sollen Gebühren erhoben werden, die die Lufthansa mit 30 bis 35 Euro pro Flugstrecke angibt – umgerechnet auf die Flugdauer kostet die neue Freiheit somit kaum mehr als in einem ganz normalen Internet-Café.

Dabei ist die dauerhafte Verbindung der Flugzeuge mit dem Internet eine kleine technische Meisterleistung, die vom Lufthansa-Partner „Connexion by Boeing“ geschaffen wurde. Der Provider hat für die fliegende Internet-Verbindung Kapazitäten bei einer Reihe von geostationären Kommunikationssatelliten angemietet, zu denen das Flugzeug über eine eigene Satellitenanlage ständig in Kontakt steht. Dabei bringt es die Internet-Verbindung immerhin auf eine Bandbreite von drei Megabit pro Sekunde vom Satelliten zum Flugzeug. Damit können die Daten rund 50 Mal schneller übertragen werden als mit einem ISDN-Anschluss und immerhin noch vier Mal schneller als mit einem Standard-DSL-Anschluss der Telekom. In der Gegenrichtung, vom Flugzeug zum Satellit, ist die Geschwindigkeit allerdings derzeit auf doppeltes ISDN-Tempo von 128 Kilobit (später 750) pro Sekunde beschränkt.

Um das schnelle Bord-Internet nutzen zu können, benötigt der Passagier ein eigenes Notebook mit Netzwerkkarte. Oder er leiht sich eines der mit dem drahtlosen Funknetz Wireless LAN ausgerüsteten Fujitsu-Notebooks der Lufthansa aus. Eigene Wireless-LAN-Karten dürfen – aus Sicherheitsgründen – erst nach der beantragten Freigabe durch das Luftfahrtbundesamt eingesetzt werden.

Als nächste Fluggesellschaft wird British Airways von Mitte Februar an den neuen Dienst erproben, und zwar auf der Strecke London–New York. Für 2004 haben Japan Airlines und Scandinavian Airlines entsprechende Pläne angekündigt.

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