Flug-Ente aus China : Antenne Brandenburg verärgert mit BER-Scherz

An diesem Donnerstag sollte die Eröffnung des neuen Flughafens BER gefeiert werden - ein guter Anlass, um sich mal wieder über die Misere lustig zu machen, dachte sich offenbar der RBB-Sender. Der Witz kam bei den Betroffenen jedoch gar nicht gut an.

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Blick beim Anflug: Anders als vom RBB gemeldet, näherte sich keine chinesische Delegation, um die Eröffnung zu feiern.
Blick beim Anflug: Anders als vom RBB gemeldet, näherte sich keine chinesische Delegation, um die Eröffnung zu feiern.Foto: dapd

Große Aufregung am frühen Morgen: Über dem Gelände des neuen Flughafens BER kreise eine Maschine der Gesellschaft Hainan Airlines, an Bord eine chinesische Delegation, die zur für Donnerstag geplanten Eröffnungfeier eingeladen worden sei – offenbar habe ihr niemand Bescheid gesagt, dass der BER vorerst nicht eröffnet wird. Weder Tegel noch Schönefeld hätten Kapazitäten, nun müsse das Flugzeug in Neuhardenberg laden.

Ab kurz vor sieben Uhr war diese Meldung am Donnerstag beim RBB-Sender Antenne Brandenburg zu hören – auch im offiziellen Nachrichtenblock. Es folgten Live-Schalten nach Neuhardenberg, wo dessen Flughafenbevollmächtigter Uwe Hädicke versicherte, dass alles für eine Notlandung vorbereitet sei. Spreeradio nahm die Meldung auf.

Die Deutsche Flugsicherung wurde aufmerksam, auch bei der BER-Verwaltung klingelten die Telefone. Beim Blick auf den Radar stellte sich aber schnell heraus, dass es das Flugzeug aus China gar nicht gab. Antenne Brandenburg klärte jedoch erst um kurz vor zehn Uhr über den Scherz auf – über den BER-Sprecher Leif Erichsen nicht lachen kann: „Wir haben durchaus Humor, der allerdings aufhört, wenn mit dem Thema Sicherheit Quote gemacht werden soll.“ Hädicke, der in den Scherz eingeweiht worden war, war am Donnerstag für ein Statement nicht zu erreichen.

Die Deutsche Flugsicherung findet die Idee ebenfalls nicht lustig: „Gerade weil es um ein so sensibles Thema ging, fanden wir den Scherz sehr ärgerlich“, sagte Sprecherin Ute Otterbein.

Der RBB sieht den Witz hingegen als gelungen an: „Es ging nicht darum, Angst und Schrecken zu verbreiten, sondern zu versuchen, in dem ganzen Flughafendurcheinander eine heitere Geschichte zu erzählen“, sagte Sprecher Justus Demmer. Dass es sich um Satire gehandelt habe, sei durchaus herauszuhören gewesen.

Hainan Airlines sieht das jedoch anders. Die Fluggesellschaft fragte empört beim BER nach, was denn nun schon wieder passiert sei – der ist dieses Mal allerdings unschuldig. Sonja Pohlmann

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