Medien : "Focus": Gegenattacke zur Stasi-Attacke

Der frühere SPD-Vorsitzende und schleswig-holsteinische Ministerpräsident Björn Engholm will wegen der "Focus"-Berichte über seine angebliche Stasi-Mitarbeit nun auch zivilrechtlich gegen das Münchner Magazin vorgehen. Dies berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Bei "Focus" lag am Sonntag nach Mitteilung von Chefredakteur Helmut Markwort noch keine Klage vor.

Das Magazin hatte im Dezember vorigen Jahres berichtet, die Auswertung von Stasi-Unterlagen habe ergeben, dass Engholm in den 70er Jahren bei der Staatssicherheit der DDR als so genannter Informeller Mitarbeiter (IM) "für besondere Aufgaben" unter der Registriernummer XV/188/71 und mit Decknamen "Beethoven" geführt worden sei. Später stellte sich heraus, dass der US-Geheimdienst CIA bei der Übertragung von Stasi-Dateien schlampig gearbeitet und so irrtümlich den Verdacht auf Engholm gelenkt hatte. Auch Generalbundesanwalt Kay Nehm räumte den Verdacht aus, Engholm sei bei der Stasi gewesen.

Zur möglichen Zivilklage von Engholm meinte Markwort am Sonntag, bislang liege weder eine Strafanzeige noch eine zivilrechtliche Klage vor. "Ich kann mir auch nicht denken, weshalb Engholm uns verklagen will", sagte Markwort der dpa. "Focus" habe lediglich aus US-amerikanischen Geheimdienstunterlagen zitiert "und nicht falsch recherchiert".

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