FOLGEN FÜR DIE BUNDESLIGA : Bessere Chancen gegenüber englischen Klubs

Die deutschen Profiklubs könnten sogar von dem Urteil profitieren, auch wenn Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge „gefährliche Zeiten“ kommen sieht. Aus dem Verkauf der nationalen Rechte erhalten die 36 Klubs der Ersten und der Zweiten Liga derzeit 412 Millionen Euro jährlich aus dem frei empfangbaren TV und dem Pay-TV, diese Einnahmen werden aufgeteilt und machen etwa ein Drittel der jeweiligen Etats aus. In anderen Ländern wie Spanien oder England liegt die Quote bei deutlich mehr als 50 Prozent, in England sind die Rechte knapp fünf Mal so viel wert wie in Deutschland.

Sinken nun wegen des größeren europäischen Wettbewerbs generell die Einnahmen, stehen die Klubs aus Deutschland eventuell sogar besser da. Obwohl das Urteil in dieser Form absehbar war, lassen die Klubs die möglichen Folgen auf sich zukommen – es ist üblich auf diesem Markt, sich neuen Gegebenheiten und Einnahmesituationen kurzfristig anzupassen. Die Übertragungsrechte für die Bundesliga werden ab der Saison 2013/14 neu vergeben, als Folge des Urteils dann möglicherweise gleich europaweit. Bisher erlöst die Deutsche Fußball-Liga mit der Vermarktung im Ausland weltweit pro Jahr 40 Millionen Euro. Die Liga kann die anstehende Ausschreibung nach dem Urteil noch anpassen.

Für die Zuschauer bedeutet größerer Wettbewerb, dass sie derzeit beispielsweise die Bundesliga bei einem günstigeren griechischen Anbieter verfolgen können, dann sehen sie dessen Produktion und nicht eine in deutscher Sprache mit den von Sky oder dem Telekom-Angebot „Liga total!“ gewohnten Kommentatoren oder Interviews. Das günstigste Sky-Abo kostet derzeit rund 30 Euro, wer sparen will und wenig Wert auf „Fußball in Deutsch“ legt, darf sich ab jetzt legal woanders umschauen.

Mathias Klappenbach

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