Medien : Formel-1-News

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Ulrike Simon plädiert

für die Umbenennung von ntv in RTL 3

n-tv, das war einmal der erste deutsche Spartenkanal für Nachrichten. Wichtige Menschen konnten dort die aktuellsten Informationen aus Politik und Wirtschaft erfahren. Und deshalb wusste eine Firma, die hier für sich warb: Andere Sender mögen ein Vielfaches an Zuschauern erreichen. Aber um eine ganz bestimmte Sorte von Menschen gezielt anzusprechen, dafür ist das n-tv-Programm genau das Richtige. Dann brach erst der Aktien- und dann der Werbemarkt zusammen, und irgendwann führte bei n-tv eine blonde Frau namens Ariane Sommer durch eine Kochsendung. Mitarbeiter wurden entlassen, das Programm immer öfter wiederholt und gut laufende Talkshows aus Kostengründen abgesetzt. RTL war jetzt Gesellschafter. Fortan brüstete sich n-tv mit jedem halben Prozentpunkt Quotenzuwachs. Da unterschied sich n-tv nicht von N 24, der auch einmal ein Nachrichtensender sein wollte, aber so gut wie alle Korrespondenten eingespart hat und längst zum Doku-Kanal mutiert ist. Vom Sparen gebeutelt, wollen beide bis Ende 2005 schwarze Zahlen schreiben.

Am Montag meldete n-tv, künftig das freie Training in der „Königsklasse des Motorsports“ freitags live und exklusiv zu übertragen, zusätzlich zu den Zusammenfassungen des Sonnabend-Qualifyings und des Rennens am Sonntag. Dabei kooperiert n-tv mit dem Eigentümer RTL, der die Übertragungsrechte für die Formel 1 im Free-TV besitzt. Für RTL ein gutes Geschäft. Die Rechte hat der Sender sowieso bezahlt. Während für RTL-Verhältnisse die Quoten des freien Trainings mickrig sind, wären sie für n-tv-Verhältnisse riesig. Womit n-tv wieder einen entscheidenden Schritt vorangekommen ist in der Entwicklung vom Nachrichtensender zur Abspielstation von RTL. Oder wie Johannes Züll es ausdrückt: „Mit dem neuen Programmangebot werden die Sport-Nachrichten noch attraktiver.“ Züll führt die Geschäfte und damit das Sanierungsprogramm von n-tv.

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