Medien : Formel 1: Was wird 2008?

RTL hat neuen Vertrag noch nicht unterschrieben. Gute Quoten zum Saisonende auch ohne Schumi

Kurt Sagatz

Das sportliche Ergebnis der Formel-1-Saison 2007 steht seit Sonntagabend fest, Kimi Räikkönen ist mit Ferrari neuer Weltmeister. Ob die Königsklasse des Motorsports auch 2008 bei RTL laufen wird, bleibt hingegen noch etwas länger spannend. RTL-Sportchef Manfred Loppe zufolge sind die Verhandlungen mit der zu Bernie Ecclestones Imperium gehörenden Formula-One-Management-Gesellschaft über die kommenden Jahre bis auf einige Detailfragen sehr weit fortgeschritten. Aber: „Der Vertrag ist noch nicht paraphiert“, ergänzte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer die Äußerungen, „wir sind noch in abschließenden Gesprächen.“ RTL überträgt die Formel 1 seit 1991. Premiere hatte sich vor drei Wochen die Formel-1-Rechte für die nächsten drei Jahre gesichert. Der Pay-TV-Sender will die Rennen erstmals auch gebührenpflichtig über das Internet anbieten.

Kompliziert an den Verhandlungen sind unter anderem die Finanzen. Nach unbestätigten Marktangaben soll Premiere für die laufende Periode 40 Millionen Euro gezahlt haben, RTL 85 Millionen Euro. Für den neuen Vertrag soll Ecclestone einen Aufschlag von 25 Millionen Euro gefordert haben. Davon wollte der deutsche Free-TV-Sender mit Blick auf die Zuschauerzahlen nach dem Ausstieg von Michael Schumacher jedoch nichts wissen. Doch es geht nicht nur ums Geld. Mindestens genauso wichtig ist die Laufzeit des neuen Vertrages, der auch andere Modelle als den Vierjahresrhythmus enthalten könnte. Es könne somit noch einige Zeit dauern, bis der Vertrag tatsächlich unterschrieben sei, heißt es.

Das Ende der aktiven Formel-1-Karriere von Michael Schumacher hat sich indes weniger negativ auf die Quotenentwicklung bei RTL ausgewirkt als anfänglich befürchtet. Zwar ging die Zuschauerresonanz merklich um fast ein Viertel zurück, doch mit knapp sechs Millionen Zuschauern durchschnittlich und Marktanteilen um vierzig Prozent lagen die Werte offenbar auch für RTL auf akzeptablem Niveau – wenngleich weit unter dem Spitzenwert von 1999, als der Marktanteil noch bei durchschnittlich 57 Prozent gelegen hatte. Dennoch ist RTL mit der Saison 2007 zufrieden. Man habe das Ziel von 40 Prozent „sogar leicht übertroffen“.

Absolutes Highlight war das Rennen in Sao Paulo am Sonntag. Im Durchschnitt verfolgten 11,13 Millionen Zuschauer (39,8 Prozent Marktanteil) das Finale. Als Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen als Sieger über die Ziellinie raste, lag der Spitzenwert sogar bei 12,95 Millionen. Vor einem Jahr, als Michael Schumacher seinen letzten Grand Prix fuhr, hatten 13 Millionen Menschen eingeschaltet. „Die starken Quoten sind ein eindrucksvoller Beleg für die ungebrochene Leidenschaft der Zuschauer und lassen das Potenzial für das kommende Jahr erahnen, in dem mit Nick Heidfeld und Nico Rosberg – je nachdem, in welchem Cockpit er sitzt – auch zwei deutsche Piloten um den WM-Titel mitfahren könnten“, hofft nun RTL-Sportchef Loppe. Kurt Sagatz

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