Forster, Grönemeyer, Guetta: Die Songs zur EM : Fußball ist Pop

„Und das Beben, das Dich mitreißt, wo das Glück pulsiert, das nennt sich Leben“. Die Medien-Kolumne zur Fußball-EM.

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Musik für die EM: DJ Felix Jaehn.
Musik für die EM: DJ Felix Jaehn.Foto: dpa

In Position gebracht für dieses Turnier hatte sich Herbert Grönemeyer schon kurz nach der WM 2014. Da schrieb er für sein Album „Dauernd jetzt“ eine Hymne auf Jogi Löw und seine Weltmeisterjungs, mit Zeilen wie „Der Löw war los, sie waren grandios“ oder „Sie war’n übergroß, und endlich hat es gereicht.“

Wie 2006 („Zeit, dass sich was dreht“) hat es auch für Grönemeyer wieder gereicht: Er ist bei der am Freitag startenden Fußball-EM in Frankreich dabei, für die ARD, mit „Jeder für jeden“, einem Stück, für dessen Sound der junge DJ Felix Jaehn verantwortlich ist. Was man allein daran merkt, dass es fröhlicher und fluffiger klingt als Grönemeyers gepresst-dramatischer Löw-Song.

Dafür ist „Jeder für jeden“ inhaltlich um einiges nichtssagender: „Und das Beben, das Dich mitreißt, wo das Glück pulsiert, das nennt sich Leben“, heißt es darin zum Beispiel. Ob dieser Song das ultimative Fußballlied dieses Sommers wird?

Oder doch der des ZDF, Mark Forsters „Wir sind groß“? Der Song findet sich auf Forsters neuem Album, er wurde nicht extra für die EM komponiert. Vermutlich fand das ZDF den Titel toll, vielleicht auch, dass Mark Forster die Jugend feiert, also auch die Fußballjugend: „Wir brechen auf, lass die Leinen los, die Welt ist klein und wir sind groß, und für uns bleibt das so, für immer jung und zeitlos“.

Beide Songs charakterisiert eine große Unbestimmtheit, was sie mit der offiziellen EM-Hymne verbindet: David Guettas „This One’s for You“. Diese Unbestimmtheit, diese Leerphrasen, sie sind für diesen Zweck bestens geeignet. Fußball ist Pop. Nur darf dieser Pop nicht verfeinert sein, nicht geschmäcklerisch, er muss ein großes, heterogenes Publikum ansprechen. Die Halbwertszeit der Fußballlieder ist noch kürzer als die anderer Popsongs, zu richtigen Hits und Dauerbrennern werden sie nie. Selbst „Der Löw“ gehört nicht zum Konzert- und Best-of-Repertoire von Grönemeyer.

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