Medien : Frauenporträts

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Tom Peuckert verrät, was

Sie nicht verpassen sollten

Es gibt Dinge, die Männer wissen wollen, aber sich nie zu fragen trauen. Ob beispielsweise Frauen genauso mühevoll altern wie Mann selbst. Kennen Frauen ab einem gewissen Lebensalter auch diese reizbare Melancholie beim Anblick jugendlicher Körper? Leiden auch sie nostalgischen Schmerz, wenn die passenden Evergreens aus dem Radio dudeln? Aber Frauen sind bekanntlich ganz anders. Neugierigen Männern sei also das Feature „Grüße aus der Mitte des Lebens“ wärmstens empfohlen. Autorin Iris Disse lässt acht sehr unterschiedliche Frauen von ihrem Leben erzählen. Einzige Gemeinsamkeit: die Frauen sind alle zwischen vierzig und fünfzig Jahre alt. Sie leben in den „Jahren des Wandels“, wie eine freundliche Umschreibung für die physischen Zäsuren lautet, die jetzt auf der Tagesordnung stehen. Was fängt man genau jetzt mit dem Leben an? Wie übersteht man die fälligen Krisen? Wo kommt noch Kraft her für feurige Zukunftspläne und rosige Hoffnungen? Natürlich können auch Frauen bei diesem Feature zuhören (Radio Kultur, 29. Oktober, 21 Uhr, UKW 92,4 MHz).

Weil wir gerade dabei sind, von den Frauen zu lernen: Liselotte von der Pfalz war nicht nur eine führende Aristokratin am Hof des Sonnenkönigs, sondern auch eine klug beobachtende Zeitgenossin. Wer die Versailler Grande Dame aus der Nähe erleben will, sei auf eine Lesung aus ihren Briefen verwiesen. Liselotte korrespondierte unter anderem mit dem deutschen Philosophen Leibniz. Das Thema ihrer Briefe ist das Leben im höfischen Reptilienkäfig. Unter der Hand entsteht dabei das Porträt eines ganzen Zeitalters. „Ich wäre erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte“, so der Titel der Lesung. Gut, dass Lieselotte zum Schweigen kein Talent hatte (Radio Kultur, Montag bis Freitag, 8 Uhr 30, Wiederholung 19 Uhr 30).

„The voice“ heißt eine schöne Reihe im Vorabendprogramm bei Radio Kultur. Jeden Tag ein halbstündiges Sängerporträt, quer durch alle Kontinente und Genres. Zu hören sind die Lieder der Porträtierten, dazu lockere biografische Anmerkungen. Kunstvolle Stimme in allen nur denkbaren Varianten. Oper aus Übersee, Jazz aus Japan, Pop aus Lateinamerika. Ein ästhetischer Genuss, den man sich gönnen sollte. In der kommenden Woche sind die Porträtierten fast ausnahmslos Frauen. Womit sich die Kreise unserer Radiochronik aufs Beste geschlossen hätten (Radio Kultur, Montag bis Freitag, 18 Uhr 30).

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