Friede, Freude, Käsekuchen : Kühe, Sex, Handgemenge

Zwei neue Szenen: Warum der Schweizer „Tatort“ nicht gut genug war.

von und
Heute noch am Bodensee, bald alleine in der Schweiz. Der neue „Tatort“-Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser). Foto: SWR
Heute noch am Bodensee, bald alleine in der Schweiz. Der neue „Tatort“-Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser). Foto: SWRFoto: SWR/Stephanie Schweigert

Im Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) wird nicht länger Kuhglocken-Alarm gegeben. In „Wunschdenken“, dem inkriminierten „Tatort“, werden auf Wunsch der Geschäftsleitung und nach Gesprächen mit dem Produktionsteam eine Liebesszene und eine Szene mit einem Handgemenge, in dessen Folge der neue „Tatort“-Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) in Kuhglocken fällt, überarbeitet. Laut einer SRF-Pressemitteilung werden die Änderungen notwendig, weil sich die Senderleitung „an der Verwendung verschiedener Klischees, der hochdeutschen Synchronisation und der Mischung stößt“. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die „Tatort“-Folge „Wunschdenken“ von der Kulturchefin des Schweizer Fernsehens, Nathalie Wappler, heftig kritisiert und damit zunächst abgesetzt worden war. Die Folge sollte am 17. April im Ersten ausgestrahlt werden. Die ARD will Anfang März entscheiden, welche deutsche „Tatort“-Folge den Schweizer Krimi ersetzen wird. Die Schweiz hatte seit 2002 keinen eigenen „Tatort“ mehr.

Nun will der Schweizer Sender nach den Aufregungen der vergangenen Tage Friede, Freude, Käsekuchen. „Wir stehen voll hinter den Produzenten, dem Schauspielerensemble, dem Regisseur und dem ganzen Filmteam“, hieß es am Donnerstag. Fest stehe aber, dass „CSI-Miami“-Star Sofia Milos ab Folge zwei nicht mehr dabei sein wird. Die 41-Jährige sei, sagte Wappler, eine „Fehlbesetzung“. „Wunschdenken“ werde sobald als möglich ausgestrahlt.

Eine gute Nachricht für Regisseur Markus Imboden. „Mit gefällt ja der Film so, wie er ist. Mir gefällt nicht, wie bei der öffentlichen Diskussion jetzt alle Kreativen in die Pfanne gehauen wurden. Der Film hat keine Mängel, und es ist unfair, wenn nun der Eindruck vermittelt wird, wir hätten nicht gut gearbeitet.“ Imboden geht von einem Tag Nachdreh für die beiden Szenen aus. Er wolle das machen, könne dafür aber erst im Sommer zur Verfügung stehen, da er derzeit in Hamburg einen Film dreht. Der nächste Krimi unter der Regie von Markus Imboden läuft schon am kommenden Montag, „Mörderisches Wespennest“ im ZDF. jbh/meh

Autoren

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben