Medien : „Für den Fußball wandere ich aus“

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„Star Soccer“ liest man von hinten nach vorne. Denn es ist ein japanisches Fußballmagazin. Außer dem englischen Titel ist für Deutsche nichts zu entziffern.

Hideto Shimizu hat eine Ausgabe der Sportzeitschrift mit ins Allgäustadion nach Wangen gebracht und zeigt sie den Fans, die er für eine Fotoserie interviewt. Heute wird er von der Beziehung zwischen Togo und der Gastgeberstadt Wangen berichten. Von den Fahnen, die an den Häusern hängen und den Togo-Shirts, die die Kinder hier tragen. Der freie Journalist aus Tokio arbeitete für verschiedene Internetseiten. Als vor einem halben Jahr das monatlich erscheinendes Hochglanzmagazin „Star Soccer“ gegründet wurde, hat er einen Vertrag bekommen.

Hideto Shimizu ist schon vor fast vier Monaten hergekommen. Er beobachtet die deutsche Bundesliga und die Regionalliga, japanische Spieler wie Nobutaka Suzuki von Eintracht Trier und den zukünftigen Frankfurter – und bisherigen HSV-Spieler – Naohiro Takahara, „hinter dem aber alle herlaufen“.

Nach dem Weltmeisterschaftsendspiel möchte Hideto Shimizu noch zwei Monate bleiben und dann vielleicht nach England oder Spanien ziehen – wegen des Fußballs. Wie lange er von zu Hause fortbleiben wird, weiß er noch nicht. „Ein Leben in Europa reizt mich schon sehr, aber meine Freundin lebt in Japan.“ Sie hat dort einen Job und könnte nicht ganz so einfach nach Europa auswandern. Was ihr Freund Hideto in Deutschland gerade macht, kann sie von Tokio aus täglich nachlesen – in seinem Internet-Blog, einem Online-Tagebuch, das Hideto mit alltäglichen Geschichten füllt. Über Deutschland hat er schon geschrieben, wie unglaublich lange er schon Schlange stehen musste, als er Geld wechseln wollte, und wie nett die Leute hier sind.

In den nächsten Wochen wird Hideto dem japanischen Nationalteam hinterherreisen. So lange es eben geht. Heute darf Japan nicht noch einmal verlieren. dos

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