Für den Weltmeister : „FAZ“-Verlag gratuliert Red Bull

Die ungewöhnliche Werbeanzeige war mit der Redaktion zwar nicht abgesprochen, deren Unabhängigkeit sei jedoch nicht beeinträchtigt, heißt es bei den Herausgebern.

Sebastian Michael Brauns
Überraschung. Die Gratulation an Red Bull in der „FAZ“ vom 16. 11. 2010.Repro: Tsp
Überraschung. Die Gratulation an Red Bull in der „FAZ“ vom 16. 11. 2010.Repro: Tsp

„Der Verlag Frankfurter Allgemeine Zeitung gratuliert Sebastian Vettel und dem Team Red Bull zum Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft“, lautet die Werbeanzeige in der „FAZ“ vom 16. November, die von der verlagseigenen F.A.Z. Media Solutions in Auftrag gegeben wurde. „Das war eine spontane Idee am Sonntag und der Ausdruck großer Freude und Euphorie“, sagte Verlagsgeschäftsführer Andreas Formen dem Tagesspiegel. Hintergrund der Anzeige für Red Bull ist die seit Januar bestehende Werbepartnerschaft mit dem Unternehmen. Das für den Zeitungsverlag lukrative Geschäft besteht in dem monatlich beiliegenden Red-Bull-Magazin „The Red Bulletin“. Andreas Formen betonte: „Mit der Anzeige wollen wir zeigen, dass sich unsere Werbepartner durch hohe Qualität auszeichnen, sonst wären sie jetzt nicht Weltmeister.“ Dass die verlagseigene Anzeige für Red Bull ein Glaubwürdigkeitsproblem für unabhängigen Journalismus bedeuten könnte, „erscheint mir sehr abwegig“, sagte Formen.

Auch Günther Nonnenmacher, Mitherausgeber der „FAZ“, sieht die unabhängige redaktionelle Arbeit in keiner Weise beeinträchtigt: „Der Verlag und nicht die Redaktion gratuliert Red Bull.“ Der Verlag betrachtet es als Kundenpflege, sich in dieser Form für die gute Zusammenarbeit zu bedanken. Formen gibt aber zu: „Für die FAZ ist das schon eher ungewöhnlich, aber Media Solutions heißt eben auch, einmal spontan reagieren zu können.“ Sebastian Michael Brauns

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