Medien : Für mehr Sicherheit

Man muss beim PC-Neukauf nicht auf das neue Windows warten – wenn das Gerät „Vista Ready“ ist

Kurt Sagatz

Das schafft nur Microsoft: Obwohl das neue Betriebssystem Windows Vista nach zahlreichen Verschiebungen nun erst Anfang 2007 auf den Markt kommen wird, gibt es derzeit keine Computerzeitschrift, die sich nicht mit der Microsoft-Software beschäftigt – und das mit gutem Grund. Wer immer in der nächsten Zeit vorhat, sich einen neuen Computer zuzulegen, sollte wissen, welche Anforderungen Windows Vista an das Gerät stellen wird. In der Vergangenheit galt die Devise, das man niemals ein funktionierendes System auswechseln sollte. Mit Windows Vista verliert diese Regel ihre Gültigkeit. Das neue Betriebssystem ist nämlich nicht nur optisch verbessert worden, sondern enthält Sicherheitsfunktionen, mit denen eine Vielzahl von Schwachstellen geschlossen werden – immer vorausgesetzt, Vista lässt sich auf dem System einsetzen. Wir haben uns die Beta-2-Version von Windows Vista besorgt, um im Praxistest festzustellen, wie der perfekte Vista-PC aussehen sollte.

WAS IST SCHNELL, WAS LANGSAM?

Das neue Windows Vista hat eine ganz eigene Auffassung von Tempo, die vom Empfinden des Nutzers erheblich abweicht. Vista enthält in der Systemverwaltung ein kleines Programm, mit dem die Leistung ermittelt werden kann. Bei unserem Testrechner kam es zu folgendem Ergebnis: Der Prozessor mit immerhin drei Gigahertz Taktfrequenz erhielt gerade einmal die Note 3,4, die 512 Megabyte (MB) Arbeitsspeicher schnitten mit 3,5 noch schlechter ab, nur die Grafikkarte (eine nicht mehr ganz taufrische Radeon 9550) wurde mit 2,7 besser bewertet, wobei die 256 MB Grafikspeicher nur eine 3,1 wert waren. Immerhin kam der Rechner damit gerade noch auf die Gesamtleistungsnote von zwei, was bei den Teilergebnissen doch etwas verwunderte.

DIE NEUEN WINDOWS-RICHTWERTE

Microsoft unterteilt die Vista-Fähigkeit eines Computers in zwei Kategorien. „Windows Vista Capable“ bedeutet, dass Windows auf dem System grundsätzlich laufen sollte. Das ist der Fall, wenn der Prozessor mindestens 800 Megahertz schnell ist, der Arbeitsspeicher 512 MB hat und die Grafikkarte mit der Technik DirectX 9 umgehen kann. Damit würde Windows Vista auch noch auf vielen Computern laufen, die drei oder mehr Jahre auf dem Buckel haben. Kategorie zwei heißt bei Microsoft „Windows Vista Premium Ready“ und bedeutet, dass alle Funktionen – auch die besonders aufwendigen Grafikspielereien wie der so genannte „Aero“-Look – funktionieren. Dazu werden ein Gigahertz Taktfrequenz, ein Gigabyte Arbeitsspeicher und eine DirectX9-Grafikkarte mit 128 MB Videospeicher benötigt. Der Großteil der PCs, die in den letzten drei Jahren gekauft wurden, sollten dafür eigentlich ausreichen. In unserem Praxistest zeigte sich jedoch, dass diese Werte nur eine sehr grobe Richtschnur sind. So verweigerten sowohl ein Pentium-4-Bürosystem mit 1,5 Gigahertz als auch ein gerade einmal ein Jahr altes Notebook mit Billig-Grafikchip die Vista-Installation. Der zwei Jahre alte Desktop-PC mit 3,06-Gigahertz-Prozessor nahm Vista dagegen erwartungsgemäß problemlos an, sogar der halbdurchsichtige „Aero“-Look stellte sich ein, obwohl der Arbeitsspeicher kleiner als angegeben war.

DIE VISTA-TAUGLICHKEIT TESTEN

Da es eine Vielzahl von Gründen geben kann, warum Vista auf dem einen PC läuft und auf dem anderen nicht, stellt Microsoft das kleine Programm „Windows Vista Upgrade Advisor“ kostenlos im Internet bereit. Damit kann geprüft werden, ob der PC die Mindestanforderungen für Windows Vista erfüllt, welche Vista-Version am besten geeignet ist und ob die derzeit auf dem Computer befindliche Software mit Windows Vista kompatibel ist. Auf der Startseite (siehe unten) muss man dem Link zu „Windows Vista Upgrade Advisor Beta“ folgen. Das Programm prüft außerdem, ob man mit dem Computer und Windows Vista in der Lage sein wird, die besondere „Aero“- Grafikfunktion zu nutzen, TV-Programme zu sehen und aufzunehmen, Multimedia-Programme für Foto, Musik, Video einzusetzen oder sich in ein Netzwerk einzuklinken.

AM BESTEN MIT VISTA-READY-LOGO

Mit Windows Vista verhält es sich ähnlich wie mit dem neuen hochauflösenden Fernsehstandard HDTV. Wer sich einen neuen, zumeist flachen Fernseher kauft, achtet inzwischen wie selbstverständlich auf das Logo „HD ready“, auch wenn er bislang nur analoges Kabelfernsehen nutzt. Ähnlich sollte beim Neukauf eines Computers vorgegangen werden. Erste Geräte weisen bereits über ein – bislang leider unverbindliches – Logo darauf hin, dass ihr Innenleben für Windows Vista vorbereitet ist. Ist dies nicht der Fall, sollte man sich vom Händler die Vista-Fähigkeit schriftlich bescheinigen lassen und nach dem Kauf umgehend einen Test mit dem „Upgrade Advisor“ vornehmen.

Der Windows-Vista-Test

www.windowsvista.com/getready

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