Medien : Für Mütter und Väter

-

IM RADIO

Tom Peuckert verrät, was

Sie nicht verpassen sollten

Diese Kolumne ist den vielen Müttern im Erziehungsurlaub gewidmet (den wenigen Vätern natürlich auch). Das Kind ist noch winzig, seine Ansprüche sind schon riesengroß. Die Tage sind lang und voll Mühe. Der Geist, sprechen wir es offen aus, kommt in dieser Zeit meist viel zu kurz. Schon für die Lektüre der Tageszeitung sind utopisch große Zeitvorräte nötig, das letzte Buch hat man während der Schwangerschaft gelesen. Nun steht man morgens um sechs mit brennenden Augen in der Küche und macht die Milch warm. Man lernt viel über die Psychologie des Lebensanfangs, liebt aus ganzem Herzen, aber was wird aus der schönen Literatur, den Wissenschaften, der Philosophie? Es ist, Sie ahnen die Pointe, einmal mehr das Kulturradio, das hier in die Bresche springen kann.

Heute also kein Wort über Programme spät in der Nacht, wenn junge Eltern in unruhigem Bereitschaftsschlaf liegen, und nichts von Sendungen zur besten Spielplatzzeit. Aber es gibt feste RadioTermine, die lassen sich durchaus in diese Lebensepoche integrieren: das Feature beim morgendlichen Breikochen, der Essay in der Mittagspause, das Radiodrama am frühen Abend.

Jeden Morgen halb neun, wenn das Kind gut gelaunt beim Frühstück sitzt oder schon still vergnügt mit den Bauklötzen spielt, gibt es im Südwestradio (Kabel UKW 107,85 MHz) ein kleines, gelehrtes Feature. In der kommenden Woche geht es um Konfliktforschung, die Psychologie der Identität, die deutsche Aufklärung. Am Donnerstag dann ein Porträt der Schriftstellerin Astrid Lindgren mit dem ermunternden Titel „Kinder haben mir immer mehr bedeutet als Männer“. Zur selben Zeit wird wochentags auf Radio Kultur (UKW 92,4 MHz) eine halbe Stunde Weltliteratur vorgelesen.

Beim Küchendienst am Abend bleibt ein Ohr frei für die Hörspiele und Features im Deutschlandradio (UKW 89,6 MHz, täglich ab 19 Uhr 05, sonntags ab 18 Uhr 30). Jeden Montag kann man eine späte Stunde reservieren für den Essay im Südwestradio (21 Uhr). Zur gleichen Zeit am Freitag sendet Radio Kultur ein Hörspiel.

Mittags sieht es, ehrlich gesagt, ein bisschen dünn aus. Dann laufen flotte Magazine, von denen der Bildungshungrige nicht wirklich satt wird. Aber mittags, wenn das Kind endlich schläft, ist man ja selbst meist ziemlich müde. Macht man das Radio eben aus und die Augen zu.

0 Kommentare

Neuester Kommentar