Fußball-Bundesliga : Die „Sportschau“ hat schon bessere Spielzeiten erlebt

Der früh entschiedene Meisterschaftskampf war das Gegenteil von Spannung. Am Samstag sollen es wieder Konferenzen richten. Und ab nächster Saison gibt es neue Konkurrenz.

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Matthias Opdenhövel moderiert am Samstag die Bundesliga-"Sportschau".
Matthias Opdenhövel moderiert am Samstag die Bundesliga-"Sportschau".WDR

Nobody is perfect, auch nicht Gerhard Delling. Der Moderator hatte am vergangenen Sonnabend in der „Sportschau“ die große Bundesliga-Abstiegskonferenz vor der Brust: vier parallel geschaltete Spiele, um die Eigenart des dramatischen Nachmittags am frühen Abend abzubilden. Da ist die „Sportschau“ stolz drauf. Nur, Delling hat die Konferenz bei der Ansage komplett vergessen. Das dürfte Matthias Opdenhövel heute besser machen. Gerade nach einer nicht übermäßig spannenden Spielzeit mit einem frühen Deutschen Meister und wenig imageträchtigen Vereinen wie Fürth oder Hoffenheim soll es diese Konferenz noch mal krachen lassen. Mit drei Spielen, bei denen es für drei Mannschaften und deren Fans gegen den Abstieg geht. Viel Emotion, mit sehr heißer Nadel gestrickt. Eine „Sendung in der Sendung“, wie „Sportschau“-Chef Steffen Simon hervorhebt.

Die auch Risiken birgt. Wie viele Schnitte sind dem Zuschauer in einem Bericht mit mehreren Spielen zuzumuten, damit er nicht den Überblick verliert? Am besten sei es, so Simon, ganze Halbzeiten zu übertragen. Aber das werde der Dramatik, den Emotionen auf den Rängen nicht gerecht. Wenn zum Beispiel ein Tor von Hannover gegen Abstiegskandidat Düsseldorf bedeutet, das in einem anderen Stadion, bei Augsburg gegen Fürth, Hoffnung für die Gastgeber aufkommt. So dürfte der 34. Spieltag mit der Entscheidung in Sachen Abstieg die ARD-„Sportschau“ nochmals über die 5,21-Millionen-Zuschauer-Marke (Marktanteil: 23 Prozent) hieven, die sie in dieser Saison durchschnittlich erreichte, weniger als im Vorjahr (5,37 Millionen, Marktanteil: 27,6 Prozent).

Ein Modell also auch für die nächste Saison, die einige Neuerungen mit sich bringt, dank neuer Medienverträge der Deutschen Fußball Liga (DFL). Was viele Fans weiter ärgern wird: Nicht alle Sender schöpfen die Berichterstattungsmöglichkeiten aus, senden später als eigentlich möglich. Das ZDF-„Sportstudio“ will auch in der kommenden Saison bewegte Bilder von der Fußball-Bundesliga später zeigen als nach dem TV-Vertrag erlaubt. „Es gibt derzeit keine Anzeichen, dass wir etwas ändern werden“, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. „Bei unseren Planungen bleibt es bei der Anfangszeit 23 Uhr.“ Damit zeigt die traditionsreiche Sendung die Bundesligaberichte mehr als eine Stunde nach dem vertraglich erlaubten Sendetermin. Die DFL findet das nicht angemessen. „Wenn das ZDF, das viel Geld bezahlt, entscheidet, das ’Sportstudio’ weiter um 23 Uhr auszustrahlen, ist es seine Entscheidung“, sagte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung. Immerhin, eine Änderung bietet die ARD. Es gibt in den Dritten eine einheitliche „Sportschau“ am Sonntag. Die 20-minütige Sendung soll auf allen Regionalkanälen um 21 Uhr 45 gezeigt werden, von Reinhold Beckmann, Delling und Opdenhövel moderiert werden. Bisher gab es eine Art Flickenteppich mit unterschiedlichen Sendeformaten. Allerdings verschenkt auch die ARD Zeit. Sie dürfte laut Medienvertrag die Höhepunkte dieser Spiele schon ab 21 Uhr 15 zeigen.

Keine Zeit vergeuden wird das Portal bild.de, das Zusammenfassungen im Internet zeigen darf. Mit Kommentatoren, die an diesem Samstag das letzte Mal für „Liga total“ im Einsatz sind. Die Preise für die kostenpflichtigen Pakete sind noch nicht veröffentlicht (auch die ARD-„Sportschau“ kostet den Zuschauer Geld, siehe Rundfunkbeiträge). Eine Stunde nach Spielschluss, um 18 Uhr 15, darf die Internetplattform bewegte Bilder zeigen. Da sind Delling & Co. mit der ersten Liga noch nicht auf Sendung.

„Sportschau“, ARD, 18 Uhr. „Sportstudio“, ZDF, ausnahmsweise 22 Uhr

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