Fußball für Frühschläfer : ARD und ZDF zeigen WM-Spiele in der Mediathek

ARD und ZDF übertragen alle 64 WM-Spiele live. Wer bei den Nachtpartien zu früh einschläft, kann sie später in den Mediatheken nachschauen.

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Das Finale der Fußball-WM in Brasilien wird Tom Bartels für die ARD kommentieren.
Das Finale der Fußball-WM in Brasilien wird Tom Bartels für die ARD kommentieren.Foto: ARD

Die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien kann für die Fans strapaziös werden. ARD und ZDF zeigen alle 64 Partien zwischen dem 12. Juni und dem 13. Juli live, das ist ein Novum bei einem Weltturnier. Für die Übertragungsrechte, die auch das Live-Streaming im Internet beinhalten, zahlen sie dem Fußball-Weltverband Fifa insgesamt rund 150 Millionen Euro. In der Gruppenphase gibt es fünf verschiedene Anstoß- respektive Übertragungszeiten: 18 Uhr, 21 Uhr, 22 Uhr, Mitternacht und am 15. Juni bei der Partie Elfenbeinküste gegen Japan sogar drei Uhr nachts mitteleuropäischer Sommerzeit. Vom Achtelfinale an entspannt sich die Situation, da ist der späteste Spielbeginn um 22 Uhr. In Brasilien liegt die Zeit je nach Region fünf oder sechs Stunden hinter der deutschen. 17 Uhr in Rio de Janeiro entspricht 22 Uhr in Berlin.

Harte Probe für die Fans der Teams in Manaus

Die Begegnungen mit der deutschen Mannschaft in der Gruppe G werden zuschauerfreundlich angepfiffen: Deutschland – Portugal am 16. Juni um 18 Uhr, Deutschland – Ghana am 21. Juni um 21 Uhr, USA – Deutschland am 26. Juni um 18 Uhr. Das sind für die Sender sehr quotenträchtige Zeiten. Im Vergleich zu den Spielen einiger europäischer Nachbarn ist das noch moderat. Vor allem die Anhänger von Mannschaften, die in Manaus spielen müssen, werden auf eine harte Probe gestellt. So wird der Klassiker England–Italien in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni erst um null Uhr unserer Zeit im neu errichteten Stadion der Amazonas-Metropole angepfiffen (die ARD überträgt). Auch der deutsche Gruppengegner Portugal tritt dort in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni um null Uhr gegen die USA an (live im ZDF).

ZDF stellt die Spiele bis Ende Januar zur Verfügung - außer die DFB-Partien

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich aber darauf eingestellt, dass zahlreiche Fans die Live-Übertragungen der „Nachtpartien“ verpassen werden. In den Morgenmagazinen beider Systeme, auf Sportschau.de, in der „Sportschau WM App“, im ARD-Text, bei ZDF.sport.de und im ZDF-Text wird es an Highlight-Berichterstattung zu den Spielen am Vorabend nicht fehlen. Wer jeweils 90 Minuten „nachschauen“ will, der wird in den jeweiligen Sendermediatheken bedient. ZDF-Sprecher Thomas Stange sagte dem Tagesspiegel: „Alle ZDF-Spiele werden in voller Länge bis zum 31. Januar 2015 in der Mediathek zu sehen sein. Ausnahmen sind das Eröffnungsspiel, alle DFB-Spiele und das Halbfinale – diese sind nur für 24 Stunden verfügbar.“

Das Erste wird ähnlich verfahren. „Alle ARD-Spiele sind der in der ARD-Mediathek und in der Mediathek Das Erste zu sehen. Über die jeweilige Verweildauer ist die ARD noch in der Abstimmung“, sagte Ursula Foelsch vom verantwortlichen SWR.

Sicherheitstraining für WM-Mitarbeiter

Die WM in Brasilien stellt die Sender vor große logistische Herausforderungen. Die Spiele finden in zwölf verschiedenen Stadien statt, oft liegen mehrere tausend Kilometer zwischen den Austragungsorten. Hinzu kommt die kritische Sicherheitslage. Wegen der gewalttätigen Proteste in Brasilien, die sich gegen die hohen staatlichen Ausgaben für die WM richten, haben ARD und ZDF alle betroffenen Mitarbeiter mit einem speziellen Verhaltenstraining auf ihren Einsatz vorbereitet.

ARD – Fernsehen, Hörfunk, Online – und ZDF – Fernsehen und Online – schicken 420 Mitarbeiter nach Brasilien. Um Kosten zu sparen, wird die Zusammenarbeit der Sender sehr viel enger gestaltet als bei früheren Turnieren. So wird ein Drittel der Mitarbeiter erstmals für beide Anstalten arbeiten. Neu ist zudem das Konzept einer zentralen Moderationsplattform in Rio de Janeiro. Dadurch soll der oft kritisierte Aufwand der öffentlich-rechtlichen Sender bei sportlichen Großereignissen erheblich reduziert werden. Joachim Huber

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