Fußball im Fernsehen : Und jetzt zur Werbung

Warum die Bundesliga das größte Quoten-Zugpferd beim Bezahlsender Sky bleibt.

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Marcel Reif. TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist.
Marcel Reif. TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist.Foto: dpa

Ich bin unterwegs zu Hause, sagt Karl Lagerfeld in einem Spot für den Bezahlsender Sky, in Anspielung auf dessen mobile Angebote. Am Sonntagnachmittag hätte er sich somit auf seinem iPad unterwegs den „Super-Sonntag“ angucken können, die Spiele der Fußball-Bundesliga Bayern München gegen Bayer Leverkusen sowie Dortmund gegen Freiburg. Nun ist bei den eher feinsinnigen Interessen des Modezaren nicht davon auszugehen, dass Lagerfeld zu den 721.000 Zuschauern gehörte, die sich – laut Sky-Quotenzählung – das von Marcel Reif kommentierte 5:1 der Bayern angesehen haben. Bei allen Zuschauern kam das Spiel in München auf einen Marktanteil von 5,5 Prozent. Deutlich wird mit den Zahlen dies, vor allem auch im Hinblick auf die anstehende Ausschreibung der neuen Fernsehrechte seitens der Deutschen Fußball Liga: was für ein Zugpferd die Bundesliga ist.

Seit Anfang April veröffentlicht der Bezahlsender erstmals seine Zuschauerzahlen und macht deutlich, wie viele der rund 2,65 Millionen Abonnenten Bundesliga schauen. Sky will so Vermarktungserlöse steigern, der Werbeanteil im Programm soll laut eigener Aussage allerdings nicht erhöht, Blockbuster-Filme nicht unterbrochen werden. Tatsache für den Zuschauer ist: Die früher vollkommen werbefreien Live-Übertragungen/Berichte nähern sich öfters gefühlt den Übertragungen eines werbefinanzierten Privatsenders à la Sat 1 an. „Wir wollen unser Potenzial voll ausschöpfen und unser Werbeinventar besser kapitalisieren, aber nicht die Werbung auf Sky ausbauen“, sagt Sky-Sprecherin Julia Buchmaier. Die Werbeblöcke seien besser ausgelastet, für einzelne Slots konnten mehr Kunden gewonnen werden, die Länge der Werbeblöcke per se sei davon nicht betroffen. Die Bundesliga-„Sportschau“ im Ersten allerdings bleibt von solchen Entwicklungen unberührt. Die sahen am Samstag 5,39 Millionen Zuschauer.

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