Fußball-Rechte : Aufrüstung

Konkurrenz für die ARD-"Sportschau": Das Internet-Unternehmen Yahoo will Web-Berichte zur Bundesliga bringen.

Der Poker um die Fußball-Bundesliga hat längst begonnen, obwohl die Rechte ab der Saison 2013/2014 noch nicht einmal offiziell ausgeschrieben sind. Teil dieses Pokerspiels: die Karte Web-„Sportschau“. Nun hat Yahoo als erstes Unternehmen eine Offerte für eine Sportschau im Internet angekündigt. „Uns geht es nur um die Internetrechte“, sagte Yahoo-Deutschland-Chef Heiko Genzlinger der „Wirtschaftswoche“. Yahoo will für beide Modelle bieten, die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) angeboten werden sollen. Bei der ersten Variante bleibt die erste Zusammenfassung der Samstagsspiele im Fernsehen, vermutlich mit der bekannten „Sportschau“. Eine Gefahr für die ARD ist das zweite Modell, bei dem die Höhepunkte am Samstag vor 20 Uhr nur im Netz gezeigt werden sollen. Im Free TV dürften jene dann erst ab 21 Uhr 45 zu sehen sein. Ein Großteil der Zuschauer wäre gezwungen, technisch aufzurüsten, um die bewegten Bilder in ausreichender Qualität sehen zu können.

Yahoo ist die erste Internetfirma mit konkreteren Plänen, auch andere Unternehmen haben sich positioniert. „Wir haben Interesse an exklusiven Bewegtbildern der Bundesliga“, sagte Bild-digital-Geschäftsführerin Donata Hopfen bereits im Mai. Interesse an den Internetrechten hatte zuletzt auch der Pay-TV-Sender Sky bekundet. Auch Google ist so ein Schritt zuzutrauen.

Mit der Variante einer Internet-Sportschau will die DFL Konkurrenz für die ARD erzeugen. Das Erste war bei der Rechtevergabe zuletzt fast konkurrenzlos, weil den privaten Sendern der Preis viel zu hoch war. Geschätzte 100 Millionen Euro bezahlt die ARD derzeit pro Saison für ihr Bundesliga-Paket. „Wir haben eine klare Position und wollen die Sportschau erhalten“, heißt es beim Ersten zu den DFL-Plänen. Die DFL will nach der offiziellen Zustimmung des Kartellamtes zu dem neuen Modell noch in diesem Jahr die Ausschreibung beginnen. Bis zum Ende der laufenden Saison sollen die Verträge unterschrieben sein.meh

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