Medien : Fußball-WM: Streit um Radio-Übertragungen

jbh

Der Fußball-Weltverband FIFA hat im Streit um Radio-Übertragungen von den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 die Position der Kirch-Gruppe gestärkt. Nach Angaben der FIFA besitzt das Medienunternehmen die Fernseh- und Hörfunkrechte für beide Turniere. "Kirch kann die Radiorechte anbieten, wem er will. Er ist nicht verpflichtet, sie den öffentlich-rechtlichen Sendern zu überlassen", sagte FIFA-Sprecher Andreas Herren. Die ARD will sich gegen den angedrohten Ausschluss ihrer Hörfunk-Reporter wehren. "Dies ist ein Eingriff in die freie Berichterstattung. Wir bestreiten, das es so genannte Radiorechte gibt", erklärte der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen in der ARD-Talkshow "Sabine Christiansen". Er kündigte an, die - juristisch umstrittene - Frage der Radiorechte notfalls vom Bundesverfassungsgericht klären zu lassen. Pleitgen pochte auf eine erheblich größere Eigenleistung des Radioreporters gegenüber einem Fernseh-Kommentator. Er würde sich nicht wundern, wenn bald auch Print-Journalisten von Kirch zur Kasse gebeten würden. Kirch-Vize Hahn bekräftigte, dass bei der WM 2002 25 Spiele live im frei empfangbaren Fernsehen laufen werden. Zugleich unterstrich er die Absicht, nach dem Scheitern der Verhandlungen mit ARD und ZDF die WM-Rechte Privatsendern anzubieten.

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