Fußball-WM : Traumquote zur Niederlage

Über 31 Millionen TV-Zuschauer sehen das Halbfinale Deutschland gegen Spanien – der höchste bislang gemessene Wert. Dennoch kann auch das Fernsehen sich in vier Jahren weiter steigern.

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ARD-Reporter Gerd Gottlob wird am Samstag das kleine WM-Finale Uruguay gegen Deutschland kommentieren. Das Endspiel findet am Sonntag im ZDF statt. Foto: WDR Foto: WDR/Herby Sachs
ARD-Reporter Gerd Gottlob wird am Samstag das kleine WM-Finale Uruguay gegen Deutschland kommentieren. Das Endspiel findet am...Foto: WDR/Herby Sachs

Die deutsche Nationalmannschaft musste nach der Niederlage gegen Spanien zwar ihre Titelhoffnungen aufgeben. Für die Fans der Mannschaft mag es immerhin ein kleiner Trost sein, dass sie als TV-Zuschauer einen neuen Rekord aufgestellt haben: 31,1 Millionen sahen im Durchschnitt die Halbfinalbegegnung. Mehr wurden nie zuvor gemessen. Den bisherigen Spitzenwert hielt das verlorene WM-Halbfinale gegen Italien 2006 mit 29,66 Millionen Zuschauern. Dennoch kann sich nicht nur die Nationalmannschaft in vier Jahren steigern. Das Fernsehen ist ebenfalls nicht am Ende seiner Chancen angekommen, denn der Marktanteil blieb am Mittwoch mit durchschnittlich 83,2 Prozent unter dem Allzeithoch von 89,2 Prozent beim Spiel Deutschland gegen Argentinien am vergangenen Sonnabend (nicht wie in der ersten Fassung dieses Textes angegeben beim WM-Halbfinale von 2006 Deutschland-Italien mit 84,1 Prozent). Die Zahlen lassen sich nur eingeschränkt mit der WM vor vier Jahren vergleichen, da Gäste bei den Testhaushalten erst seit kurzem mitgezählt werden. Die Public-Viewing-Fans blieben hingegen in beiden Fällen außen vor.

Das Zuschauerinteresse zog im Verlauf des Spiels sogar noch an. Die erste Halbzeit verfolgten 30,19 Millionen Menschen, die zweiten 45 Minuten sahen durchschnittlich 31,96 Millionen. In der Spitze verfolgten sogar 32,88 Millionen die Begegnung, teilte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky am Donnerstag mit. Andere TV-Sendungen hatten da wenig zu melden. Das ZDF-„Traumschiff“ sahen 1,6 Millionen Zuschauer, die „Helfer mit Herz“ kamen bei RTL auf eine Million.

Der Einzug der Deutschen ins kleine Finale hat zumindest eine programmliche Änderung zur Folge. Das Duo Delling-Netzer kommt nun einmal mehr bei einem Spiel der deutschen Mannschaft zum Einsatz. Nach dreizehn Jahren als Fußball-Experte der ARD beendet Günter Netzer bekanntlich in Südafrika sein TV-Engagement im Ersten. Künftig wird der Ex-Bayern-München-Spieler Mehmet Scholl an der Seite von Gerhard Delling das Geschehen bei Länderspielen sowie bei Europa- und Weltmeisterschaften bewerten, aber auch Reinhold Beckmann mit seinem Expertenwissen unterstützen.

Am sonstigen Spielplan für das Wochenende wollen die Sender nichts ändern, wie es auf Nachfrage hieß. Die Begegnung Uruguay–Deutschland am Samstag findet ab 20 Uhr 30 in der ARD statt. Das Spiel aus dem Nelson-Mandela-Bay-Stadion in Port Elizabeth wird Gerd Gottlob kommentieren, Gerhard Delling und Günter Netzer werden ein letztes Mal Freundlichkeiten austauschen. Der Fußballabend beginnt um 18 Uhr, um 23 Uhr 25 lädt Waldemar Hartmann seine Gäste letztmalig in „Waldis WM-Club“.

Der Finalsonntag mit der Begegnung Niederlande gegen Spanien beginnt im ZDF um 18 Uhr mit dem Countdown. Das Spiel um 20 Uhr 30 aus dem Soccer-City- Stadion in Johannesburg kommentiert Béla Réthy, Oliver Kahn und Katrin Müller-Hohenstein ordnen das Spiel ein. Mit den Highlights, Analysen und Interviews endet die Fifa-Fußball-WM 2010 in Südafrika um 23 Uhr 30.

Noch zu klären ist hingegen, wie ARD und ZDF die für Sonntag geplante Rückkehr der deutschen Mannschaft ins Programm heben werden. Dazu gehört auch die Frage, ob eine Rückkehr ohne TV-Feier denkbar ist. Darüber wird derzeit zwischen den beiden Sendern gesprochen, wobei sich die TV-Berichterstattung auch hier nach dem Sport richtet – in diesem Fall nach den Plänen des DFB.

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