Medien : Futurama: Gelungene Vorstellung

Tina Angerer

Futurama. Pro 7. Pro 7 kündigte "Futurama" als die "brandneue Kultserie" an. Zehn Jahre hat es gedauert, die "Simpsons" endlich ins Abendprogramm zu schieben. Bei der neuen Serie von "Simpsons"-Erfinder Matt Groening wird der Kult jetzt vorab verordnet. Die zukünftigen Stars sind eingeführt: Der Pizzabote Fry, im Jahr 3000 aufgetaut, ein saufender, depressiver Roboter, eine außerirdische Zyklopin und ein seniler Professor. Und alle Helden und Antihelden unserer Zeit als sprechende Köpfe, in Gläsern eingelegt. Denn wir wollen nicht die Zukunftshelden sehen, sondern die Verlierer der Gegenwart. Wie bei den "Simpsons".

Groening bedient sich wild im endlosen Genre Science Fiction - und in seinem eigenen Archiv. Der Professor ist die Wiederkehr von Grandpa Simpson, Fry hat die Naivität von Homer und die Unverdorbenheit von Marge. Aber Groening nimmt auch seine treuesten Fans bei der Hand: Da schwimmt zum Beispiel der dreiäugige Fisch im Jahr 3000, der schon im Abwasser des Atomkraftwerkes von Springfield kontaminiert in die Welt glotzte. So schafft Groening das Unmögliche: Running Gags in der ersten Folge. Die Exposition ist gelungen. Warten auf die Durchführung.

Man mag jetzt philosophieren über das Anarchische im Fernsehen oder darüber, ob die neue Serie "erwachsener" ist, nur weil so unkindliche Kinder wie Lisa Simpson nicht auftauchen. Auch wird die Klage über die schlechte Übersetzung ertönen oder die ewig klingende Weise "Das Buch ist besser als der Film": "Futurama" ist jedenfalls unterhaltsamer als "Akte X", "Bully Parade" und "TV Total" zusammen. Das mit dem Kult klappt auch noch.

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