Medien : G + J will umsatzstärkster Verlag werden Hochwertiges Society-Magazin geplant

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Die persönliche Agenda 2010 von Bernd Kundrun, Vorstandschef von Gruner + Jahr, hat zum Ziel, eine Milliarde Euro mehr Umsatz zu erwirtschaften. Dann wäre G + J nicht nur Europas größter Zeitschriftenverlag, sondern auch der umsatzstärkste deutsche Verlag. 3,5 Milliarden Euro Umsatz und damit 43 Prozent mehr als 2004 sollen im Jahr 2010 erwirtschaftet werden. Deutlich früher will Kundrun wieder eine zweistellige Rendite erreichen. Zum Ziel führen drei Wege, die zum Teil bereits eingeschlagen sind: erstens die mehrheitliche Übernahme der Motor Presse Stuttgart, die beim Kartellamt mittlerweile angemeldet ist und rund 340 Euro Umsatzzuwachs beschert; zweitens die Tiefdruckfusion mit Bertelsmann-arvato und Springer; sowie drittens Neugründungen. Zuletzt war die Gründungslust von G + J im Ausland (vor allem Frankreich) mit 20 neuen Titeln größer als hier zu Lande. In diesem Jahr will der für das deutsche Magazingeschäft zuständige Vorstand, Bernd Buchholz, mehr vorweisen. Die Ankündigung nach dem Aus von „Marie Claire“, bald wieder ein hochwertiges Frauenmagazin zu gründen, lässt ja noch auf sich warten. In die Realität umsetzen soll sie Bettina Wündrich, die in München ein Magazin entwickelt, das auf Psycho-Themen setzt. Neben einem Gesundheitsmagazin von Walter Dreher und dem von Hans-Hermann Sprado entwickelten gleichnamigen Wissensmagazin zur Pro- 7-Sendung „Galileo“ scheint das vierte Projekt, an dem Holger Christmann („Art“) in Hamburg unter dem Arbeitstitel „Society“ arbeitet, am spannendsten. Wieder geht es um den Traum aller Verleger, ein deutsches Hochglanz-Qualitätsmagazin nach dem Vorbild von „Vanity Fair“ zu gründen.

2004 hätten Investitionen das Betriebsergebnis mit 67 Millionen Euro belastet, sagte Kundrun am Freitag in Hamburg. Vor Zinsen und Steuern verblieben dem Konzern nur 215 Millionen Euro nach 238 Millionen Euro im Vorjahr. Die operative Rendite sank von 9,6 auf 8,8 Prozent. Auch der Umsatz sank leicht auf 2,44 Milliarden Euro. Grund seien die „anhaltend ungünstigen Rahmenbedingungen in den Anzeigen- und Vertriebsmärkten“ sowie Titelverkäufe (u.a. „TV Today“). usi

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