Medien : Gabi Bauer gibt auf

Journalistin beendet ARD-Talkshow Kommt jetzt Harald Schmidt?

Joachim Huber

Gabi Bauer gibt ihre gleichnamige Talkshow in der ARD auf. Die Journalistin habe am Mittwoch den verantwortlichen Westdeutschen Rundfunk (WDR) um vorzeitige Auflösung ihres Vertrages gebeten, sagte Sendersprecher Rüdiger Oppers. Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf habe die Entscheidung der früheren „Tagesthemen“-Moderatorin „mit Bedauern und mit Respekt“ akzeptiert. Versuche, Gabi Bauer umzustimmen, habe es nicht gegeben, hieß es aus dem WDR. Zur Begründung wird Gabi Bauer mit den Worten zitiert, „der Anspruch, eine politische, themenorientierte Talkshow am späten Abend zu senden, hat nicht die nötige Zuschauerresonanz gefunden“. Gefordert war ein Marktanteil von durchschnittlich zehn Prozent, den „Gabi Bauer“ aber nie erreichen konnte, auch nicht, als sie nach dem Ende der Talkshow „Friedman“ von der zweiwöchentlichen auf wöchentliche Sendefrequenz wechseln konnte. Die nächste „Gabi Bauer“-Ausgabe hätte am 7. Januar laufen sollen. Gestartet war die Sendung im März 2002.

WDR-Sprecher Oppers sagte, Bauer werde nach einer „kreativen Pause“ neue Aufgaben in der ARD übernehmen; wie lange diese Pause ausfallen und welche neuen Aufgaben das sein könnten, darüber wollte Oppers nicht spekulieren. Klar ist, dass die Journalistin, die „zu den beliebtesten ARD-Gesichtern zählt“, nicht fallen gelassen wird. WDR-Fernsehdirektor Deppendorf dankte Gabi Bauer für die gute Zusammenarbeit und „hofft auf ihre baldige Rückkehr auf den Bildschirm“.

Rüdiger Oppers verneinte jeden Zusammenhang zwischen dem Bauer-Abschied und dem Werben von ARD-Programmdirektor Günter Struve um den Late-Night-Talker Harald Schmidt. „Ich kann mir vorstellen, dass Schmidt bei uns ein bis drei Male pro Woche auftreten könnte – aber das ist eine reine Spekulation.“ Der Mittwoch um 23 Uhr wäre jedenfalls frei, der Freitag mit dem Ende des Promi-Magazins „Bunte TV“ am 19. Dezember ebenfalls – würde zum dreimaligen ARD-Schmidt nur noch der Donnerstag fehlen. Eine andere Variante nach dem Bauer-Ausstieg geht so: Reinhold Beckmann, bislang nur montags im Ersten, erhöht seine Schlagzahl auf Johannes B. Kerner-Niveau. Der ZDF-Talker sendet vier Mal die Woche.

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