Kinect Star Wars : Jedi-Ritter im Wohnzimmer

Gegenstände schweben lassen, per Lichtschwert gegen Darth Vader kämpfen: Davon träumt jeder Star-Wars-Fan. Mit der Bewegungssteuerung Kinect sind solche Jedi-Kunststücke nun zumindest im Videospiel möglich. Kann "Kinect Star Wars" die Erwartungen der Fans erfüllen?

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Packendes Duell: Szene aus "Kinect Star Wars".
Packendes Duell: Szene aus "Kinect Star Wars".Screenshot: LucasArts

Bei ihrem Erscheinen im Herbst 2010 wirkte Kinect wie ein Stück Science-Fiction. Erstmals ließ sich ein Spiel ganz ohne Controller steuern, stattdessen zeichnete der Sensor Körperbewegungen und Mimik auf. Das erinnerte an den Film "Minority Report" - und beflügelte die Fantasie der Spieler. Besonders Star-Wars-Fans waren von der neuen Technologie fasziniert: Was eignete sich besser als Kinect, um die telepathische Macht der Jedi-Ritter zu simulieren? Das Gleiche dachte sich die Firma LucasArts: Im Sommer 2011 kündigte sie "Kinect Star Wars" für die Xbox 360 an. Seitdem schwankten die Fans zwischen Vorfreude und Skepsis: Würde das Spiel auch eine Geschichte erzählen, die der Weltraumsaga würdig ist?

Eines wird bei "Kinect Stars Wars" schnell deutlich: LucasArts setzt auf kurzweilige Familienunterhaltung. Das Spiel bietet zwar eine Kampagne, in der man vom lernwilligen Padawan bis zum erfahrenen Jedi-Ritter aufsteigt. Vor allem aber setzt "Kinect Star Wars" auf eine Sammlung von Casual Games: Die Palette reicht vom Wüsten-Podracing über einen galaktischen Tanzwettbewerb bis hin zur Zerstörungsorgie als Rancor-Monster. So ist im Prinzip für jeden Geschmack etwas dabei. Das Gesamtpaket "Kinect Star Wars" ist aber meilenweit von der epischen Breite der filmischen Vorlage entfernt.

Die Kampagne beginnt mit einem spannungsarmen Tutorial: Unter Anleitung einer Jedi-Meisterin lernen die Schüler, mit Lichtschwert und Machtschub umzugehen. Technisch ist das durchaus beeindruckend, Kinect überträgt die Spielerbewegungen präzise auf den Bildschirm. Will man etwa einen Lichtschwertangriff parieren, hält man den Arm in die gewünschte Richtung; für Machtschübe streckt man den Arm blitzschnell nach vorne.

Kaum ist das Tutorial auf Kashykk durchlaufen, wird der Wookie-Planet auch schon von feindlichen Truppen angegriffen. In den hektischen Schlachten und Verfolgungsjagden zeigt sich dann allerdings, dass Kinect nicht alle Spielerbewegungen akkurat erkennt. Besonders im Splitscreen-Modus mit einem zweiten Spieler kommt es immer wieder zu merklichen Verzögerungen und Ungenauigkeiten. Die Story indes bleibt über die gesamte Kampagne hinweg flach: Man trifft allerhand alte Bekannte wie Yoda, Chewbacca, R2D2 und C3PO, erfährt aber kaum etwas Neues aus dem Star-Wars-Kosmos.

Lässt man die inhaltlichen Ansprüche beiseite, dann macht das Spiel durchaus Spaß - vor allem durch die zusätzlichen Modi. Das Podracing ist rasant inszeniert, wenn auch etwas nervös in der Steuerung. Am Rancor-Modus werden vor allem Kinder ihren Spaß haben: Hier können sie als turmhohes Monster nach Herzenslust Chaos in den Städten stiften. Der Tanzmodus schließlich wartet mit 15 Cover-Versionen bekannter Popsongs auf: Das ist gewöhnungsbedürftig, aber auch unterhaltsam.

"Kinect Star Wars" für Xbox 360. Preis: 50 Euro. USK-Alterseinstufung: ab 12 Jahren. Für das Spiel ist ein Kinect-Sensor erforderlich.

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