Konsolenspiele : Nachschub für die Wii U

Ende November 2012 brachte Nintendo die Konsole Wii U auf den Markt. Der Spielenachschub blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Ändert sich das jetzt? Tagesspiegel Online hat zwei Neuerscheiungen getestet: "Lego City Undercover" und "Toki Tori 2".

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Szene aus "Lego City Undercover".
Szene aus "Lego City Undercover".Screenshot: Nintendo

Das Spieleangebot zum Konsolenstart konnte sich sehen lassen: Nicht weniger als 23 Games standen zur Auswahl, als Nintendo Ende November die Wii U in den Handel brachte. Doch seitdem sind Neuerscheinungen dünn gesät: Einige Spiele wurden abgesagt, andere verschoben. Die Spieleflaute ist einer der Gründe dafür, dass sich die Wii U schlechter verkauft als ihre Vorgängerkonsole. Nintendo läuft langsam aber sicher die Zeit davon, weil Sony und Microsoft bald selbst neue Konsolen an den Start bringen. Neue Spiele für Wii U sind also dringend vonnöten, um gegenüber der Konkurrenz zu punkten. Wir haben zwei Neuerscheinungen getestet.

Lego City Undercover

Ob Harry Potter, Indiana Jones, Batman oder den Herrn der Ringe: Alle diese Blockbuster gibt es mittlerweile "legoifiziert" auf PC und Konsole. Den Anfang machte 2005 das Spiel "Lego Star Wars", seitdem hat sich am Erfolgsrezept der Reihe kaum etwas geändert: Die gelben Plastikmännchen geben der Kinodramatik einen unwiderstehlich komischen Dreh. "Lego City Undercover" basiert nicht wie üblich direkt auf einer Hollywood-Vorlage, stattdessen suhlt es sich genüsslich in allerlei Film- und Fernsehklischees. Das Ergebnis ist ein Spaß für die ganze Familie - auch wenn es an manchen Stellen etwas hakt.

In "Lego City Undercover" übernehmen Spieler die Rolle des Polizisten Chase McCain. Kaum ist der Vorzeige-Cop in seine Heimatstadt zurückgekehrt, bekommt er auch schon den Auftrag, Chefbösewicht Rex Fury einzubuchten. Dem wiederum macht es einen Heidenspaß, an möglichst vielen Orten gleichzeitig Chaos zu stiften. Für dieses Duell zwischen Cop und Gangster bietet "Lego City Undercover" die perfekte Kulisse: Das Stadtgebiet ist weitläufig, frei erkundbar und von US-Metropolen wie San Francisco und New York inspiriert. Das Ganze erinnert stark an Grand Theft Auto, nur eben durchweg jugendfrei.

Für Chase McCain gibt es von Beginn an jede Menge zu tun: Die Missionen reichen vom Detektivjob bis zur Jagd auf flüchtende Bankräuber. Mit jeder erfolgreich bestandenen Aufgabe gewinnt Chase neue Fähigkeiten und Lego-Kostüme hinzu. Dank der Kostüme kann der Spieler auch andere Rollen übernehmen, zum Beispiel die eines Minenarbeiters oder Einbrechers - das macht das Spiel noch abwechslungsreicher. Das grundlegende Spielprinzip ist aus früheren Lego-Games bekannt: Sämtliche Gegenstände lassen sich per Tastendruck zerlegen. Chase sammelt die Legosteine entweder ein - sie dienen dann als Währung - oder er baut neue Gegenstände, mit deren Hilfe er Rätsel löst. Weil dies aber automatisch geschieht, ist "Lego City Undercover" spieltechnisch keine große Herausforderung: Sammelei und moderate Geschicklichkeitsaufgaben stehen im Vordergrund. Die große Stärke des Spiels ist indes sein Humor: Die Gags sitzen perfekt, die Figuren sind herrlich überzeichnet, die Anspielungen reichen von Miami Vice über Titanic bis zur Nackten Kanone.

Das Gamepad der Wii kommt in "Lego City Undercover" gebührend zum Einsatz: Mal dient es als Navigationsinstrument im Stadtgebiet, mal als Scanner für Verbrecherspuren, mal als Kommunikationszentrale für eingehende Aufträgen. Negativ fallen im Spiel die langen Ladezeiten auf - manchmal muss man bis zu einer Minute warten, bis sich ein neues Stadtgebiet auftut. Die Grafik des Spiels ist nicht sonderlich detailliert, die Texturen etwas grobkörnig. Das ist aber zu verschmerzen, weil "Lego City Undercover" mit Story, Charakteren und Spielwelt kräftig punktet.

"Lego City Undercover" für Wii U. Preis: 55 Euro. Spieldauer: etwa 20 Stunden. USK-Alterseinstufung: ab 6 Jahren.

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