Neues Online-Strategiespiel : Mitternachtsshopping für Computerspiel-Fans

Zum Verkaufsstart des Computerspiels Starcraft II: Wings of Liberty versammelten sich gestern Abend mehr als 1000 Fans vor den Türen der Berliner Media-Markt-Filiale im Alexa. Auch in London, Paris, Stockholm und Moskau wurde um Mitternacht das neue Spiel präsentiert.

Alina Stiegler
Nicht nur Männer interessieren sich für das neue Computerspiel.
Nicht nur Männer interessieren sich für das neue Computerspiel.Foto: Davids

Dort präsentierte um Mitternacht die Firma Blizzard Entertainment den bei Games-Freunden lang ersehnten Nachfolger des erfolgreichen Strategiespiels Starcraft von 1998. Bereits Stunden vor dem offiziellen Verkaufsbeginn positionierten sich eingeschworene Fans vor dem Laden. Auch Till Gansen ist ein Fan der ersten Stunde: „Nach zehn Jahren ist es einfach ein Muss heute dabei zu sein. Ich kaufe heute zwei Spiele: Eins für meinen Kumpel, der heute leider krank ist.“

Unter dem imposanten Getöse des Spiel-Soundtracks wurde auf einer Bühne vor der Media Markt-Filiale zunächst der Trailer zum Spiel gezeigt. Die Menge jubelte, das Gamer-Herz schlug höher, Digi-Cams schnellten in die Höhe. Eineinhalb Stunden galt es für die Veranstalter bis zum mitternächtlichen Verkaufsstart zu überbrücken. Kein Problem: Viele Fans kamen wegen des Rahmenprogramms.

Der Computerspiel-Hersteller ist bekannt für eine besondere Inszenierung. Auch in London, Paris, Stockholm und Moskau wurde um Mitternacht das neue Spiel der örtlichen Fangemeinde präsentiert. „Für ein Spiel ist so ein Event eher selten. Schön, dass die Entwickler des Spiels auch vor Ort sind, alles andere ist ein bisschen übertrieben“, findet Christopher Sachau, der seine Freundin mitgebracht hat. Er selbst hat das erste Spiel nicht gespielt, das zweite will er sich aber heute kaufen. Wer denkt, Starcraft sei nur irgendein Computerspiel, der irrt. Mit einer deutschen Nationalmannschaft im Starcraft-Spielen hängt man hier dem internationalen Wettbewerb sogar noch ein wenig hinterher. In Südkorea ist Starcraft eine Art Volkssport: Bei Public Viewing-Events schaut man dort nicht Fußball, sondern zu Starcraft. Es gibt sogar eigene Fernsehsender, die Starcraft-Spiele übertragen, sowie ein E-Sport Stadium.

Um Mitternacht öffneten die Tore

Warum die Fans nicht einfach einen Tag warten und dann regulär ins Geschäft gehen, weiß Sören Schleicher: „Es ist einfach etwas anderes, das Spiel als erster in der Hand zu halten!“ Es sei die Balance und Fairness des Spiels, die viele Fans schätzen. Kurz vor Verkaufsstart gab der Spiel-Entwickler Rob McNaughton ein Interview, die Fans waren begeistert. Während im Alexa ca. 600 Menschen bedächtig zuhörten, standen draußen schätzungsweise genauso viele, die hinein wollten. Die Stimmung in der Schlange war gut. Viktor Hoffmann wartete dort mit seinen Freunden. „Wir hatten sonst nichts vor und nehmen die Veranstaltung gerne mit. Bei einem Freund haben wir unsere Rechner aufgebaut und wollen danach zu Hause spielen.“

Um Mitternacht öffneten dann die Tore der Filiale. Laura Li Tung und Kira Jung haben als zwei der ersten Kunden das Geschäft betreten. In der männerdominierten Spielerszene sind die beiden jungen Frauen sind klar in der Unterzahl. Das kennen sie bereits von der Uni. „Wir sind Studentinnen der Games Academy und möchten Computerspiel-Entwickler werden. Die Entwickler hier zählen zu unseren Vorbildern, deshalb sind wir heute hier“, sagt Laura Li Tung. Und auch das Alter der Spieler betreffend, bestätigt die Ausnahme doch eher die Regel, so wie bei Sebastian Grundmann, der hat gleich zwei Spezial-Editionen gekauft. Eine für sich und die andere für seinen Vater. 

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