Nintendo 3DS : Hunde, Katzen, Sims

Neue Spiele für Nintendos mobile 3-D-Konsole. Der Aufpreis gegenüber den zweidimensionalen Titeln ist nicht per se gerechtfertigt.

von und Linda Jahberg

Die mobile Spielekonsole Nintendo 3DS, die am 25. März auf den Markt kam, hat einen guten Start hingelegt. Allein in der ersten Woche wurden in Europa 300 000 Stück der 3-D-Konsole, für die keine Brille benötigt wird, verkauft – davon 50 000 in Deutschland. Kurz vor den Osterferien haben wir uns einige der neuen dreidimensionalen Titel angesehen.

Mit 125 Millionen verkauften Spielen sind „Die Sims“ das meistverkaufte PC-Spiel überhaupt. „Die Sims 3“ gibt es nun auch für Nintendo 3DS. Die 3-D-Funktion des Spiels macht sich direkt nach dem Start bei der Erstellung des eigenen Sims bemerkbar. Der Avatar steht auf einem drehbaren Podest, Änderungen an der Kleidung, neue Frisuren oder andere Einstellungen lassen sich so direkt beurteilen. Eine nette Funktion: Per 3DS-Kamera kann die eigene Gesichtsform auf den Sims übertragen werden. Von den zwei Bildschirmen des 3DS profitiert auch der Blick in die Wohnung. Der untere zeigt die Wohnung in der Draufsicht, Gegenstände oder Personen können über das berührungsempfindliche Display direkt angesteuert werden. Auf dem oberen Bildschirm sieht man die Szenerie dreidimensional von vorne. Allerdings fällt der 3-D-Effekt geringer aus als bei anderen Spielen. Ein Ersatz für die PC-Version sind die 3DS-Sims nicht. Die Optionen sind – verständlicherweise – deutlich beschränkt. Für den Nintendo 3DS kosten „Die Sims 3“ rund 38 Euro, für die übrigen DS-Versionen 25 Euro. Keine Altersbeschränkung.

„Asphalt 3D“ ist ein Vollgas-Rennspiel für Nintendo 3DS. Man kann zwischen Einzelrennen, Straßenrennen, Verfolgungsjagden und dem Karrieremodus auswählen, gegen den 3DS oder andere Spieler antreten. Am Anfang stehen Autos wie ein Mini Cooper, ein Abarth 500 oder ein Nissan Nismo zur Verfügung, durch Siege lassen sich stärkere Fahrzeuge (wie Ferrari oder Lamborghini) und zusätzliche Strecken (Tokio, Las Vegas u. a.) freischalten, dies kennt man genauso wie die Nitro-Zuschaltung zur Leistungssteigerung auch von anderen Spielen dieses Genres. Der 3-D-Effekt ist nett, aber nicht überwältigend. Gerade in Kurvenfahrten muss aufgepasst werden, dass die Konsole nicht schief gehalten wird, sonst kommt es zu irritierenden Doppelbildern. Der Ghost-Modus, in dem man wie ein Geist gegen sich selbst fährt, ist spieltechnisch eine viel interessantere Idee. Überhaupt hinterlässt das Spiel einen guten Gesamteindruck, jenseits von 3-D. „Asphalt 3D“, Ubisoft, 38 Euro, USK: ab sechs Jahren.

Den Klassiker der Haustierspiele, „Nintendogs“, gibt es ebenfalls in einer neuen Version. Dieses Mal spielen nicht nur Hunde mit, sondern auch Katzen. „Nintendogs and Cats“ vereint die Idee, sich um virtuelle Haustiere zu kümmern, und den 3-D-Effekt nahezu perfekt. Man kann mit seinen Tieren Gassi gehen, ihnen Tricks beibringen und an Wettbewerben teilnehmen. Man kann aber auch sogenannte Items wie Spielzeug, Leckerlis, Hygieneartikel oder Futter kaufen oder im Second-Hand-Laden verkaufen. Wenn man genug Geld zusammenhat (etwa durch Preisgelder), kann man sich auch ein neues Tier kaufen. Allerdings dürfen maximal drei Hunde oder Katzen zu Hause leben, die restlichen Tiere muss man in der Pension lassen. Der 3-D-Effekt lässt das Spiel realistischer erscheinen, für Kinder ist „Nintendogs and Cats“ empfehlenswert – allerdings mit einer kleinen Einschränkung. Beim Gassigehen läuft man auch in Wirklichkeit herum, bei der Tiererziehung muss man Sprachkommandos geben. Das kann der Familie auf den Wecker fallen – es sei denn, sie hat viel Geduld oder das Kind hat ein großes eigenes Zimmer. „Nintendogs and Cats“, Nintendo, rund 40 Euro, keine Altersbeschränkung.

Fazit: 3-D kann – wie bei den Nintendogs – beeindruckend sein, eine neue Dimension des Spielens geht damit selten einher. Der Aufpreis von rund 15 Euro für die Spiele ist darum nicht per se gerechtfertigt. Kurt Sagatz, Linda Jahberg

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