Playstation 3 : Ectoplasmisch

Zwanzig Jahre nach dem letzten Geisterjäger-Film kehren die „Ghostbusters“ zurück – als Videospiel.

Achim Fehrenbach
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Ganz und gar nicht harmlos: Der gigantische Marshmallow Man.Screenshot: Promo

Er ist eine Mischung aus Maissirup, Wasser, Gelatine, Tetrasodium-Pyrophosphat und Bösartigkeit. Zu allem Überfluss ist er auch noch mehrere hundert Tonnen schwer und hoch wie ein Wolkenkratzer. Wirklich, es gibt angenehmere Begegnungen als die mit dem Marshmallow Man. Wie Godzilla wütet das weiße Riesenmonster in den Straßen Manhattans. Doch Hilfe naht – in Gestalt der Ghostbusters! Zwanzig Jahre nach dem letzten Geisterjäger-Film sind die furchtlosen Gesellen zurück: als Videospiel.

Die achtziger Jahre sind ohne die beiden Ghostbusters-Streifen nur schwer vorstellbar. Mit Wortwitz und für damalige Verhältnisse revolutionären Spezialeffekten eroberten die vier Geisteswissenschaftler die Herzen der Kinofans. Noch heute gehört der Ghostbusters-Titelsong von Ray Erskine Parker Jr. zu den bekanntesten Soundtracks der Filmgeschichte. So war es eine kleine Sensation, als die Pläne von einem neuen Ghostbusters-Spiel bekannt wurden. Gesteigert wurden die Erwartungen noch durch die Tatsache, dass Komiker Dan Aykroyd das Game als „dritten Film“ bezeichnete – und gemeinsam mit Harold Ramis, einem weiteren Original-Ghostbuster, am Spiel-Drehbuch schrieb.

Um es vorwegzunehmen: Das Warten hat sich gelohnt. „Ghostbusters – The Videogame“ ist eine gelungene Neuauflage des Geisterjäger-Universums. Als Spukbekämpfungs-Azubi Hoss begibt sich der Spieler mit dem erfolgreichen Ghostbuster-Quartett auf die Hatz nach paranormalen Nervensägen. Wieder hat der böse Sumerer-Gott Gozer die Stadt New York heimgesucht und zahllose Geister heraufbeschworen, unter ihnen prominente Schreckfiguren wie den Slimer, die Graue Lady oder eben den Marshmallow Man. Das gibt unseren fünf Ghostbusters die Gelegenheit, noch einmal die altbekannten Filmschauplätze aufzusuchen: das Sedgewick-Hotel, die Stadtbibliothek und das Naturhistorische Museum. Dort geht es dann ordentlich zur Sache: Mit PKE-Meter und Protonen-Kanone versuchen Hoss & Co., die Gespenster einzufangen. Die Action-Sequenzen sind spektakulär inszeniert: Möbel zischen durch die Luft, Protonenstrahlen zerbröseln die Wände, und erst wenn auch der letzte Geist in der Falle sitzt, ist Ruhe.

Gelungener noch als die Action-Szenen sind die Dialoge zwischen den vier Original-Ghostbusters. Es macht einfach Spaß, die trockenen Sprüche von Bill Murray (Dr. Peter Venkman), Dan Aykroyd (Dr. Raymond „Ray“ Stantz), Harold Ramis (Dr. Egon Spengler) und Ernie Hudson (Winston Zeddemore) zu hören.

Die stimmige Vertonung tröstet zugleich über einige Schwächen des Spiels hinweg: die etwas hakelige Steuerung aus der Schulterperspektive, das zähe Geistersuchen mit dem PKE-Meter, die langen Ladezeiten und den fehlenden Kooperationsmodus. Dennoch: „Ghostbusters: The Videogame“ atmet den Geist der Filme. Achim Fehrenbach

„Ghostbusters: The Videogame“, ab 55 Euro. Derzeit verfügbar für Playstation 3, für PC und Xbox 360 kommt das Spiel im Herbst in den Handel.

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