Rollenspiele : Insel der Unseligen

Das Fantasy-Abenteuer „Risen“ entführt den Spieler auf eine gefährliche Insel.

Achim Fehrenbach
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Ein ungleicher Kampf, bei dem der Mensch zum Glück im Vorteil ist. Screenshot: Promo

Herbstzeit ist Rollenspielzeit. Das gilt auch für „Risen“, das neue Fantasy-Abenteuer des deutschen Entwicklerstudios „Piranha Bytes“. „Risen“ lässt den Spieler als Schiffbrüchigen auf der mediterranen Vulkaninsel Faranga stranden. Urlaubsstimmung kommt aber nicht wirklich auf, denn schon bald wird klar, dass das Eiland von bösartigen Kreaturen und verfeindeten Fraktionen bevölkert ist. Genau das Richtige für all jene, die mit Abenteuerlust und Kombinationsgeschick eine neue Welt erkunden möchten.

„Piranha Bytes“ ist für Fantasy-Rollenspieler ein klangvoller Name. Mit der „Gothic“-Reihe hat die Software-Firma aus dem Ruhrgebiet drei Abenteuer von ungewöhnlicher Spieltiefe und Atmosphäre geschaffen. Allerdings ging „Gothic 3“ von 2006 ganz ordentlich daneben. Die vielen technischen Fehler verärgerten die Fangemeinde. Mit „Risen“ wagen die Entwickler nun einen Neuanfang und legen dabei sehr viel mehr Sorgfalt an den Tag. Bis auf ein paar kleinere Patzer läuft das Spiel einwandfrei. Vor allem aber gelingt es „Piranha Bytes“, eine in sich stimmige Fantasiewelt zu erschaffen.

In der Rolle des Schiffbrüchigen gerät der Spieler schon bald zwischen die Fronten eines Machtkampfes. Der König hat die Inquisition nach Faranga geschickt, um übernatürliche Vorkommnisse zu untersuchen. Großinquisitor Mendoza regiert die Hafenstadt mit harter Hand, sein Stützpunkt ist die Vulkanfestung, die auch dem Magierorden als Basis dient. Gegen die Gewaltherrschaft hat sich eine Widerstandsbewegung aus Flüchtlingen und Banditen formiert, die in den schwer zugänglichen Sümpfen hausen. Der Spieler muss zunächst entscheiden, welcher Fraktion er sich anschließt: Davon hängt seine weitere Charakterentwicklung zum Banditen, Ordenskrieger oder Magier ab. Alle drei Klassen verfügen neben speziellen Fähigkeiten über Grundwerte wie Stärke, Geschicklichkeit und Weisheit, die sich durch Erfahrung verbessern lassen. Dafür muss der Spieler nicht nur zahlreiche Missionen erfüllen, sondern auch immer wieder gegen die grimmige Fauna der Insel antreten: Seegeier, Wölfe, Grabmotten und anderes Getier gibt es auf Faranga reichlich.

Die größte Stärke von „Risen“ ist, dass es den Spieler zu immer neuen Entdeckungen anspornt. In den Wäldern, Gemäuern und Höhlen der Insel findet man Heilpflanzen, Waffen und andere Gegenstände, die sich nutzbringend kombinieren lassen. Dieses Gefühl von Handlungsfreiheit wird auch dadurch gefördert, dass „Risen“ gänzlich ohne Zwischenladezeiten auskommt. Schwächen offenbart „Risen“ bei der nicht ganz taufrischen Grafik und den bisweilen eintönigen Quests. Die Pluspunkte sind das gegenüber „Gothic“ verbesserte Kampfsystem und die gelungene deutsche Sprachausgabe. Achim Fehrenbach

„Risen“: für PC (49,99 €) und Xbox 360 (69,99 €). USK: Ab 12 Jahren.

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