Spielekonsolen : Sport, Spiel, Spannung

Auf Playstation Portable, Nintendo DS und iPhone dreht sich alles um das runde Leder – fast alles.

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Spielmaschine iPhone. Auf Apples Smartphone läuft die Brettspieladaption „Carcassonne“ (rechts oben) ebenso wie der Fußballtitel „Soccer Superstar“. Für „Fifa WM 2010“ (rechts Mitte) benötigt man die Playstation Portable. Statt Fußball gibt’s für Nintendo DS nette Suchspiele wie „Das goldene Amulett des Pharao“. Fotos: dpa/Promo (3)
Spielmaschine iPhone. Auf Apples Smartphone läuft die Brettspieladaption „Carcassonne“ (rechts oben) ebenso wie der Fußballtitel...Foto: picture-alliance / Friso Gentsch

Blutgrätsche, Viererkette, Abseitsfalle – in den nächsten Wochen dreht sich alles um das runde Leder und die Fußball-WM – aber eben nur fast. Denn auf den Mobilkonsolen Nintendo DS und Playstation Portable, aber auch auf iPhone, iPod Touch oder iPad wird genauso geklettert, gekämpft und geknobelt, wie die Übersicht der aktuellen Titel zeigt.

MEISTERLICH: PLAYSTATION PORTABLE

Seit Jahren liefern sich zwei Fußball-Simulationen ein Kopf-an-Kopf-Rennen: „Fifa“ von Electronic Arts (EA) und „Pro Evolution Soccer“ von Konami. Zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat EA die Nase auch auf der Playstation Portable (PSP) vorn: „Fifa Fußball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010“ bringt Turnieratmosphäre auf die Mobilkonsole. Mit ihrer Lieblingsmannschaft können Fußballfans nach der WM-Qualifikation auch die Endrunde bestreiten. Für Spannung sorgen die besonderen Herausforderungen: wenn der Spieler zum Beispiel innerhalb von zehn Minuten einen Rückstand in einen Sieg verwandeln muss. Allerdings ist „Fifa“ auf Sonys Mobilkonsole deutlich weniger realistisch als auf den Wohnzimmerkonsolen Playstation 3 und Xbox 360: Die Spielfiguren sind detailärmer, der Ball fühlt sich unnatürlich leicht an und die Torhüter patzen häufiger als nötig. Eine Besonderheit der PSP-Version ist die Belohnung für gutes Aufbauspiel: Wer den Gegner mit sicheren Pässen dominiert, erhält dafür einen zusätzlichen Leistungsschub. Alles in allem ist „Fifa Fußball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010“ (rund 40 Euro, ohne Altersbeschränkung) auf der PSP solide Kost, kann sich spieltechnisch aber zu wenig vom Vorgänger „Fifa 10“ absetzen, der erst vor einem Dreivierteljahr erschienen ist.

KEIN LA OLA AUF NINTENDO DS

Japan ist keine Fußballnation. Obwohl es für die mobile Konsole Nintendo DS zu beinahe jedem Thema ein passendes Spiel gibt – zu den Olympischen Sommer- und Winterspielen genauso wie zu Basketball, Skaten oder Wrestling – steht die Fußball-WM bei Nintendo nicht auf dem Spielplan. DS-Besitzer, die während der nächsten vier Wochen auch spielend nicht auf dieses Ballvergnügen verzichten wollen, müssen sich mit „Fifa 10“ (rund 34 Euro) aus dem Vorjahr begnügen. Auch „Real Football 2009“ von Ubisoft ist schon etwas älter, kostet dafür weniger als 20 Euro. So eigenen sich die aktuellen DS-Spiele eher für die WM-Pausenzeiten, um sich vom Fußballgeschehen abzulenken. Eine Empfehlung ist die DS-Variante von „Prince of Persia: Die vergessene Zeit“. Auch auf dem kleinen Doppelbildschirm macht es einen guten Eindruck. Die Steuerung des Jump-’n’- Run-Games mit dem Stift ist sehr eingängig, auch der Umstand, dass der Prinz entfernt an Klempner Mario erinnert, ist kein Nachteil (rund 30 Euro, ab zwölf Jahren). Ebenfalls lohnenswert ist die DS-Umsetzung von „James Camerons Avatar“ (rund 20 Euro, ab sechs Jahren), der im Spiel eine eigene Handlung spendiert wurde. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Eingeborenen Na’vi Nok, der auserkoren wurde, das Himmelsvolk der Menschen zu erkunden. Statt um Action und Abenteuer geht es bei „Rooms: The Main Building“ (Keine Altersbeschränkung, rund 35 Euro) um Denksport. Die Spielidee ist tatsächlich ungewöhnlich. Der Spieler hat sich in einem großen Gebäude verlaufen. Um den Ausgang zu finden, muss er die Räume wie in einem großen Puzzle verschieben – was von Raum zu Raum kniffliger wird. Mitunter gibt es Abkürzungen, um sich zum Beispiel mit einem Telefon von einem Ende des Raumes zum anderen beamen zu lassen. Das Konzept von „Hidden Objects: Das goldene Amulett des Pharao“ ist dagegen prinzipiell bekannt. In geschickt gezeichneten Wimmelbildern müssen versteckte Gegenstände aufgespürt werden, um in der Geschichte voranzukommen. Auf den Spuren eines längst verstorbenen Ägyptenforschers sucht der Spieler seinen Weg durch die Geschichte, und zwar immer gegen die Uhr. (rund 28 Euro, keine Altersbeschränkung).

EIN HERZ FÜR SOCCER: DAS IPHONE

Die iPhone-App „Soccer Superstars“ ist eine Mischung aus Sport- und Rollenspiel. Sie dürfte alle begeistern, die auf dem Rasen gerne auch mal übernatürliche Kräfte walten lassen. Die comicartigen Figuren verbessern durch eifriges Trainieren nicht nur ihre Ausdauer, Schnelligkeit und Schusskraft, sondern auch ihre magischen Fähigkeiten: Superheldengleich schießen sie dann Feuerbälle auf das gegnerische Tor oder teleportieren sich in aussichtsreiche Positionen. Mit fünf Spielmodi – von Liga bis Cup – bietet „Soccer Superstars“ (vier Euro auf iTunes, Sprache Englisch) einiges an Spieltiefe. Einzig die Steuerung mit den virtuellen iPhone-Sticks ist gewöhnungsbedürftig. Wenn es nicht unbedingt Fußball sein muss, ist die Brettspieladaption „Carcassonne“ (vier Euro, ohne Altersbeschränkung) zu empfehlen: Das „Spiel des Jahres 2001“ ist auf dem Touchscreen grafisch hervorragend umgesetzt und lässt sich leicht erlernen. Zwei bis sechs Spieler fügen aus Spielkarten eine Landkarte zusammen und platzieren ihre Figuren. Es gewinnt, wer am Ende die meisten Straßen und Siedlungen kontrolliert. Eine iPad-Version von „Carcassonne“ soll bald erscheinen.

IPAD-NUTZER BRAUCHEN GEDULD

Auch auf Apples neuem Tablet-Computer iPad rollt bereits die Kugel. „Real Soccer 2010 HD“ käme auf dem großen Bildschirm sehr gut zur Geltung, ist aber vorerst nur im amerikanischen iTunes-Store erhältlich. Wer Geschicklichkeitsspiele und Rätsel mag, sollte sich „Labyrinth 2 HD“ (sechs Euro, ohne Altersbeschränkung) genauer anschauen: Ähnlich wie beim klassischen Holzspielzeug manövriert der Spieler eine Kugel von A nach B, das iPad registriert dabei den Neigungswinkel. Hindernisse wie Löcher, Laserstrahlen oder Magnete machen die Murmellabyrinthe zu spannenden Herausforderungen. Level-Nachschub gibt es aus dem Internet: Jeder Spieler kann seine Eigenkreationen hochladen und mit anderen teilen.

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