Sportsimulation : Punkte scheffeln mit "Dirkules"

Auf zur virtuellen Körbejagd: "NBA 2K12" bringt die weltbeste Basketball-Liga auf PC und Konsole. Wer in die Fußstapfen von Superstar Dirk Nowitzki treten will, braucht allerdings viel Übung.

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In Lauerstellung: Dirk Nowitzki in "NBA 2K12".
In Lauerstellung: Dirk Nowitzki in "NBA 2K12".Screenshot: 2K Games

Als Dirk Nowitzki im Juni mit seinen Dallas Mavericks den NBA-Titel gewann, löste das in Deutschland eine Welle der Begeisterung aus. Endlich erhielt der baumlange Korbjäger auch zuhause die Aufmerksamkeit, die er sich mit konstant erstklassigen Leistungen in der US-Profiliga längst erworben hatte. Doch selbst der massive Nowitzki-Bonus kann nichts daran ändern, dass Basketball hierzulande tief im Schatten von König Fußball steht. Das deutliche Popularitätgefälle setzt sich auch in der Games-Welt fort: Fußball-Simulationen wie Fifa und Pro Evolution Soccer verkaufen sich millionenfach, Basketball-Simulationen schaffen es in den Charts nie ganz nach oben. Dass letztere in Sachen Spielspaß aber mehr als nur mithalten können, zeigt das soeben erschienene NBA 2K12: Dessen spektakuläre Inszenierung lässt sogar die aktuellen Fußball-Simulationen blass aussehen.

Das Spiel wirft uns mitten hinein in die hitzige Atmosphäre einer Live-Übertragung: Während die letzten Sekunden vor Beginn der Partie herunterticken, sehen wir Kobe Bryant bei Dehnübungen oder auch LeBron James bei seinem berühmten Magnesium-Ritual. Cheerleader tanzen übers Parkett, die Zuschauer sitzen dicht gedrängt am Spielfeldrand, die Spannung ist in der brodelnden Arena fast mit Händen zu greifen. Nach dem ersten Sprungball entfaltet sich der ganze Fintenreichtum, der diesen Sport so spannend macht. Ob Cross-Dribbling, Körpertäuschung oder Handwechsel beim Korbleger: NBA 2K12 gewährt dem lernwilligen Spieler eine Vielzahl von Möglichkeiten. Damit das Ganze noch realistischer wirkt, hat das Entwicklerstudio Visual Concepts die Signature Moves der NBA-Stars ins Spielgeschehen aufgenommen: Charakteristische Bewegungen wie etwa Nowitzkis einbeinig abgesprungenen Fadeaway oder den Hakenwurf (Sky Hook) des früheren L.A.-Lakers-Centers Kareem Abdul-Jabbar.

NBA-Legenden wie Abdul-Jabbar, Larry Bird und Michael Jordan tauchen im "Greatest"-Modus auf. Hier lassen sich die denkwürdigsten Matches dieser Ausnahmeathleten bestreiten – inklusive aller Besonderheiten ihrer jeweiligen Zeit. Wenn ein Bill Russell 1965 mit den Boston Celtics gegen die L.A. Lakers antritt, sind die Shorts noch richtig kurz und die Strümpfe dafür um so länger, Dreipunktewürfe gibt es noch nicht und die Kamera filmt das Geschehen in Schwarzweiß. Der nostalgische Trip in die Vergangenheit funktioniert auch deshalb hervorragend, weil die Kommentatoren eine ganze Reihe historischer NBA-Fakten einstreuen. Wer die Gegenwart bevorzugt, kann seine Basketballkarriere im My-Player-Modus vorantreiben. Anfangs noch ein Rookie im NBA-Draft, steigt man über mehrere Spielzeiten in immer bessere Teams auf, die in den Play-Offs um den Ligatitel ringen. Ziel aller Bemühungen ist die Aufnahme in die ehrwürdige Hall of Fame.

Einsteiger sollten sich von der blankpolierten Präsentation nicht täuschen lassen: NBA 2K12 ist ein durch und durch anspruchsvolles Spiel. Für wirklich jede Bewegung gibt es auf dem Game-Controller eine spezielle Kombination. Der linke Analogstick steuert die Laufrichtung, der rechte ist für Pässe und Würfe, aber auch für allerlei Körpertäuschungen und Dribbelmanöver zuständig.Natürlich lässt sich NBA 2K12 auch mit den Grundfunktionen leidlich gut spielen. Wer aber höher hinauswill, wird um das umfangreiche Tutorial nicht herumkommen.

Das Erlernte dann noch umzusetzen, ist keine leichte Aufgabe – besonders deshalb, weil die Künstliche Intelligenz der Computergegner jeden Fehler gnadenlos ausnutzt: Ungenaue Pässe werden mit Tempogegenstößen bestraft, zu offensichtliche Wurfversuche trocken abgeblockt. Auch die dicht belegte Steuerung erweist sich im Eifer des Gefechts bisweilen als tückisch: Schon eine unsaubere Controllereingabe hat zur Folge, dass die Spielfigur ganz anders handelt als geplant. In NBA 2K12 führt der Weg zur Meisterschaft nur über sehr viel Übung: Nimmt man das auf sich, winkt ein auf lange Zeit motivierendes Spielerlebnis.

NBA 2K12: Für PS3, Xbox 360 (je 60 Euro), PC (30 Euro), Wii (30 Euro), PS2 und PSP (je 20 Euro). Keine Altersbeschränkung. Für Online-Matches ist eine Registrierung bei 2K Games erforderlich.

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