Video : PC-Game: Ballern gegen Depressionen

Ein Computerspiel, um Depressionen zu behandeln? Was zunächst kurios klingt, scheint zu funktionieren. Die Macher des PC-Games "Sparx" aus Neuseeland sind von dem Ansatz überzeugt – und eine aktuelle Studie gibt ihnen recht.

Über Computerspiele wird bekanntermaßen oft gestritten. Gerade wenn es um Jugendliche geht, die viel zu viele Stunden am Rechner verbringen. In Neuseeland aber machen sich Psychologen die Leidenschaft junger Menschen für Computerspiele zunutze, um Depressionen zu behandeln. "Sparx" basiert auf den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie und wurde mithilfe von Jugendlichen entwickelt, damit es mit kommerziellen Spielen mithalten kann. Maru Nihoniho, Produzentin des Computerspiels "Sparx": "Jungen und Mädchen wollten etwas zum Schießen haben. Nur die Wahl der Waffen war unterschiedlich. Jungs wollten Maschinengewehre haben."

Die Spieler entwerfen einen Krieger-Avatar, der Feuerbälle schießt, um negative Gedanken zu zerstören. Sie reisen durch sieben Levels und retten die Welt davor, in einem Sumpf aus Pessimismus und Verzweiflung zu versinken. Nebenbei wird den Spielern beigebracht, wie man mit Wut umgeht, Konflikte löst und Entspannungsübungen macht. Michael Vandeimeer, einer der Computerspiel-Entwickler: "Hoffentlich spielen sie ein interessantes Spiel und haben Spaß und machen weiter. Und die Lektionen sind hoffentlich nicht so offensichtlich."

Etwa 80 Prozent der Jugendlichen weltweit, die an Depressionen leiden, erhalten keine Hilfe, sagt Projektleiterin Sally Merry. Die Folgen: schlechte Schulnoten und soziale Isolation: "Vor allem in ländlichen Gegenden ist es schwierig, Therapeuten zu finden. Das ist ein internationales Problem. Und junge Leute sind sich auf der ganzen Welt ziemlich ähnlich. Viele wollen nicht zum Arzt, sondern lieber zuhause was machen, der Computer ist da der erste Schritt."

Laut einer Studie ist das Computerspiel genauso effektiv wie ein herkömmliches Beratungsgespräch. Und so ist das Interesse an "Sparx" riesengroß. Das Spiel soll im Laufe des Jahres auf den Markt kommen.

(afp)

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