Medien : Gedächtnisverlust bei Sat 1

Simone Schellhammer

Ein gern genommener Ausgangspunkt bei Krimis ist der Gedächtnisverlust einer Hauptperson. Wie bei zwei Filmen, die Sat1 1 im kommenden Halbjahr zeigen wird. Erst ist es Mišel Maticevic als LKA-Beamter in „Blackout“ und dann Tobias Moretti in dem Krimi „Am Anfang war es Mord“. Von den Machern bei Sat 1, die am Mittwoch in Hamburg die Programmhöhepunkte der nächsten Saison vorstellten, hatte zwar niemand sein Gedächtnis verloren, doch die Erinnerung schien getrübt. Vor einem Jahr hatte Geschäftsführer Roger Schawinski eine neue Ernsthaftigkeit proklamiert (der sonntägliche „Talk der Woche“ mit Bettina Rust war kurz danach Episode), jetzt gilt wieder, dass es neben dem „Mut zur Erneuerung“ um „Verlässlichkeit“ geht.

Und das heißt, dass Sat 1 vor allem ein Familiensender sein will, der „großen Spaß“ verbreitet, so Unterhaltungschef Matthias Alberti, für den diese Formulierung ein beständiges Mantra darstellt. Spaß ist zum Beispiel, wenn Deutsche in den Busch geschickt werden. So wie Ottfried Fischer, der vom Wiener Hausmeister zu „König Otto“ in Afrika wird, oder so wie drei deutsche Familien, die sich für eine Doku drei Wochen bei einem Stammesvolk einquartieren.

Eher unfreiwillig komisch war der Trailer zu dem Horrorthriller „Die Krähen“, obwohl Sat-1-Fiction-Chefin Alicia Ramirez beteuerte, beim Anschauen des Films Angst verspürt zu haben. Damit die erfolgreiche Serie „Verliebt in Berlin“ auch in Zukunft im Gedächtnis bleibt, geht sie am 4. September, nur drei Tage nach ihrem Ende, mit einem neuen Hauptdarsteller (Tim Sander) einfach weiter und bekommt Verstärkung mit „Schmetterlinge im Bauch“, einer weiteren Telenovela aus Berlin.

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