Medien : Geduscht wird immer

Esther Kogelboom

Es gab nur ein Detail, das in der 1000. Folge spannender war als Olaf Kling, mit Präzisionsgewehr am Fenster: der Duschvorhang im Badezimmer von Familie Beimer-Ziegler. Dieser Duschvorhang (ein transparentes Modell mit aufgedruckten Fruchtvieteln) ist ziemlich gut erhalten – keine Kalkablagerungen, keine Wasserflecken. Er ist immer da, auf den Spritzschutz kann sich der Lindenstraßen-Zuschauer verlassen. Er ist gewissermaßen ein Symbol für die beruhigende Kontinuität von Deutschlands ältester Soap, ein stummes Zeichen ewiger, sonntäglicher Wiederkehr.

Wobei es in Ordnung wäre, würde die Lindenstraße von nun an immer 45 Minuten am Stück ausgestrahlt, vielleicht zu Lasten des Sportschau-Telegramms und der langweiligen Lotterie-Ansagen mit Frank Elstner. Kein Wunder, dass viel dafür spricht, die Lindenstraße auf die Kinoleinwand zu bringen.

Traurig nur, dass Else Kling bald nicht mehr mitmachen will. Die Schauspielerin Annemarie Wendl glaubt sich mit 90 Jahren zu alt für die Serie, sie will im Laufe des Jahres aussteigen, das kündigte sie gestern an. Unter ihrer geblümten Bettdecke sterben wolle Else auf gar keinen Fall, hieß es. Sie wünscht sich einen glamouröseren Serientod: „Aus dem Haus gehen, von einer Kugel getroffen werden – und aus!“ Wendl hat zu viel Lindenstraße geguckt. Naja, vielleicht erledigt Olaf das.

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