Medien : Gefährliche Akkus

Mobiles Arbeiten hat seine Tücken: Was man nicht nur bei fehlerhaften Batteriepacks beachten sollte

Markus Ehrenberg,Kurt Sagatz

Immer wieder diese Akkus. Erlahmt oder streikt die interne Stromversorgung von Notebooks, Taschencomputern, MP3- Playern oder Handys, macht das mobile Arbeiten keinen Spaß mehr. Probleme bereiteten die Stromspeicher gerade erst dem Computerhersteller Dell, der eine weltweite Rückrufaktion von 4,1 Millionen Laptop-Akkus starten musste (siehe Kasten). Diese hätten sich überhitzen und in Brand setzen können. Die defekten Laptop-Akkus von Sony werden jetzt sogar von der japanischen Regierung genauer unter die Lupe genommen. Aber auch voll funktionstüchtige Akkus haben ihre Tücken. Viele fragen sich: Warum ist der Akku immer so schnell leer? Worauf muss ich beim Neukauf achten? Tipps und Tricks rund um die mobile Stromversorgung.

WIE HÄLT MAN DEN AKKU LÄNGER FIT?

Egal, wo man welches Gerät kauft: Wer seinen neuen Akku optimal pflegt, kann ihn auch länger nutzen. Bei vielen älteren Geräten gibt es noch den sogenannten „Memory-Effekt“, das heißt, der Akku „merkt“ sich, wenn er mehrmals unvollständig entladen wurde. Er lässt sich dann nur noch teilweise aufladen und verliert so einen Teil seiner Kapazität. Die ersten Ladezyklen sollte dieser Akku deswegen komplett entladen werden. Während der Zeit kann das Gerät nicht genutzt werden. Durch diese „Konditionierung“ werden alle Zellen im Akku genutzt und stehen später zur Verfügung. Von diesem lästigen Effekt bleiben die heute meist verwendeten Lithium-Ionen-Akkus (LiIon) weitestgehend verschont, dennoch empfiehlt es sich, diesen Akkutyp am Anfang zumindest zwei- bis dreimal den kompletten Ladezyklus durchlaufen zu lassen. Trotzdem halten auch sie nicht ewig, sondern vertragen bis zu 1000 Ladezyklen. Je nach Benutzung entspricht das zwei bis drei Jahren. Hier empfiehlt es sich, den Akku nicht vollständig zu entladen, sondern das Gerät spätestens dann an die Steckdose anzuschließen, wenn die erste Stromwarnmeldung auf dem Display erscheint. Etwa alle 30 Ladezyklen sollten auch diese Akkus komplett entladen werden, am besten so lange, bis sich das Gerät selbst ausschaltet. Danach im ausgeschalteten Zustand komplett neu aufladen.

VORSICHT, HITZE. VORSICHT, KÄLTE

Was wenige wissen: Der geladene Akku sollte immer herausgenommen werden, sobald mit einem Notebook am Stromnetz gearbeitet wird. Selbst wenn das Gerät nicht eingeschaltet ist oder genutzt wird, verliert der Akku langsam an Kapazität. Außerdem darf das Gerät im Winter nicht dem Frost und im Sommer nicht der Hitze ausgesetzt werden. Extreme Temperaturschwankungen vertragen Akkus gar nicht.

WAS TUN BEIM NEUKAUF?

Egal wie leistungsfähig ein Notebook-Akku ist, bereits nach einem Jahr beträgt die Nutzungsdauer nur noch knapp die Hälfte der anfänglichen Kapazität, nach drei Jahren ist die Notebook-Batterie zumeist so erschöpft, dass sie gerade noch dazu ausreicht, das Gerät beim Wechsel zwischen zwei Steckdosen mit Strom zu versorgen. Spätestens dann ist der Kauf einer neuen mobilen Stromversorgung nötig. Peter Knaak, Computerexperte der Stiftung Warentest rät dazu, Ersatzakkus nur beim Notebookhersteller zu beschaffen. „Lithium-Ionen-Akkus enthalten einen Chip, der Informationen zwischen den Akkus und dem Notebook austauscht. Wenn dieser Chip nicht funktioniert, kann es zu Fehlladungen oder noch massiveren Problemen kommen“, warnt Peter Knaak.

WAS TUN BEI ÄLTEREN NOTEBOOKS?

Bei vielen älteren Notebooks hilft der Tipp, Ersatzakkus nur beim Gerätehersteller zu kaufen, häufig nicht weiter, weil wegen der Gerätevielfalt die Zubehörversorgung nach einigen Jahren eingestellt wird. In diesem Fall kommt man nicht an den verschiedenen Akku-Dienstleistern im Internet vorbei. „Einen allgemein verbindlichen Tipp, bei welchen Anbietern man einen Ersatzakku bestellt oder den eigenen Akku mit neuen Zellen versehen lässt, kann man leider nicht geben“, sagt Jürgen Rink vom Computerfachmagazin „c’t“. „Der Verbraucher kann nicht nachprüfen, ob die eingesetzten Zellen tatsächlich von den großen Herstellern wie Sanyo, Sony, Sharp und Toshiba oder von einem chinesischen Billiganbieter stammen. Das weiß nur der Akkudienstleister“, so Rink. Immerhin, eine Empfehlung kann Rink doch geben: „Seien Sie äußerst misstrauisch, wenn der Internetshop seine Akkus für die Hälfte dessen anbietet, was sonst für diese Leistungsklasse verlangt wird.“

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